Donnerstag, 10. Dezember 2020
Bündnis im Stadtrat und Kreistag: Peter Gampenrieder hat Sachverstand und keinen Interessenskonflikt
Mittwoch, 9. Dezember 2020
Chaos - Novelle der Bay. Bauordnung im Landtag beschlossen
Dienstag, 8. Dezember 2020
Bündnis für Dachau / Die PARTEI - Die Haushaltsrede 2020 und was getan werden muss!
Die Fraktionen im Dachauer Stadtrat sind angesichts der derzeitigen Corona Situation überein gekommen, dass dieses Jahr keine Haushaltsreden gehalten werde. Damit soll die diesjährige Haushaltssitzung so kurz wie möglich gehalten werden. Aus diesem Grund gibt es unsere Rede entsprechend Online.
Sehr
geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren der Verwaltung und
der Presse,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger !
Es dürfte jetzt keine Überraschung sein und deshalb gleich vorab:
Die Fraktion des Bündnis für Dachau / Die PARTEI
stimmt dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2021 zu. Schon die vielen Jahre zuvor
waren die Haushalte von absoluten Notwendigkeiten geprägt. Dadurch konnte der
Schuldenstand auf fast Null gedrückt werden und die Rücklagen auf einen
historischen Höchststand anwachsen. Doch dieses Jahr müssen wir noch weiter
gehen. Dazu später mehr.
2020 war
ein einzigartiges Jahr. Natürlich war es schon von Anfang an besonders, weil
die Kommunalwahl anstand. Natürlich ist das intensiver – die
Auseinandersetzungen werden schärfer, Argumente werden populistischer. Doch
dieses Jahr war nochmal anders – statt mit Argumenten zu überzeugen, hat die
CSU einen Lagerwahlkampf ausgerufen. Der OB Florian Hartmann wurde als „links –
sozialisiert“ betitelt (wie das bei den katholischen Ministranten passieren
konnte, ist mir ein Rätsel), der zweite Bürgermeister Kai Kühnel als „linker
Strippenzieher“ bezeichnet – andere Mitbewerber haben ähnliche Töne
angeschlagen. Was auf Facebook geschrieben wurde, möchte ich hier nicht wiederholen.
Ja, so etwas hat es noch nie gegeben
und ich denke, wir werden vergeblich auf Entschuldigungen dazu warten.
Mit der Kommunalwahl bricht die erste
Corona Welle über das Land herein. Der erste Lockdown legt das öffentliche
Leben fast komplett lahm und die Wirtschaftsaussichten rutschen in den Keller. Die
Ereignisse machen die Stadtratsarbeit nicht einfacher. Weiter werden öffentlich populistische Parolen verbreitet. Die
Verlierer und Gewinner müssen sich erst neu sortieren. Die fehlenden
persönlichen Gespräche führen zu Missverständnissen und Differenzen.
Wir wünschen uns hier eine Rückkehr zur
konstruktiven Stadtratsarbeit.
Zur Lage des Haushalts:
Die Corona Krise hat massiv
zugeschlagen. Steuereinnahmen sind stark eingebrochen. Wir werden viele freiwillige Leistungen
im Bereich Sport und Kultur streichen und wichtige Investitionen verschieben
oder sogar aufgeben müssen.
Doch Dachau steht vergleichsweise
noch gut da.
Und doch: der Investitionsstau ist gewaltig. Schulen müssen ausgebaut, eine neue Grundschule
gebaut und die Zahl
der Kindertagesstätten weiter
aufgestockt werden. Dazu kommt der notwendige Ausbau
der Sportinfrastruktur, der in der Vergangenheit zumeist in Sackgassen endete.
Das alles wird unsere zukünftigen
Haushalte erheblich belasten - und dabei
haben wir die schlimmsten und unsinnigsten Brocken (Nord-Ostumfahrung, Turbokreisel an der Alten-Römer
Straße, Bahnhofsparkgarage) bereits in den letzten Jahren verhindert.
Klar werden unsere politischen
Mitbewerber wie jedes Jahr monieren, dass schlecht gewirtschaftet und zu viel
Personal in der Verwaltung aufgebaut wird.
Doch wir haben ein strukturelles
Problem, das Corona wie ein
Brandbeschleuniger zugespitzt hat:
Die Kosten für den ungebremsten Zuzug
überrollen uns. Die Kosten für unsere Kinderbetreuung steigen überproportional.
Das gleiche gilt für die Kreisumlage
– 48%, 49%, 49,99% (das ist das Ende der Fahnenstange, weil 50 % rechtlich
nicht mehr möglich ist)
Diese Belastung werden wir, wie viele
andere Kommunen, nicht mehr lange durchhalten. Wenn es hierfür keine Lösung gibt,
werden wir in Zukunft keine Sport- und keine Kulturförderung mehr anbieten
können.
Sicherlich müssen wir die
Einnahmenseite stärken. Hier müssen wir vor Allem an zwei Stellen ansetzen:
Zum Einen: Die Gewerbesteuereinnahmen müssen gesteigert
werden – auch wenn diese
in den letzten sechs Jahren schon erhöht werden konnten. Dazu wurden bereits in den
letzten Jahren mit den Seeber Gelände und dem Südlichen Gewerbegebiet Ost
wichtige Weichen gestellt.
Wir müssen aber auch alle Möglichkeiten
auf dem ehemaligen MD Gelände aktivieren – das Bündnis hat dafür schon immer
gekämpft und wird das weiter tun, und außerdem eine Umkehr der
früheren Fehlentwicklungen am Schwarzen Graben angehen – denn Parkplätze
an Einkaufzentren liefern keine Gewerbesteuer! – Das Bündnis hat dazu einen
Antrag gestellt!
Zum Anderen: Das Kinderbetreuungsdefizit
muss reduziert werden. Der Schlüssel dazu kann nur eine kostendeckende
Gebührenerhebung sein. Das wird sicherlich ein schmerzhafter Prozess, aber wenn
Bund und Land die Verantwortung für die Finanzierung nicht übernehmen, werden
wir keine andere Wahl haben.
Was außerdem getan werden muss:
Corona bestimmt derzeit alle unsere
Lebensbereiche und fordert unsere Solidarität mit denen, die es am heftigsten
trifft – den Künstlern, Gastronomen und Einzelhändlern. „Dachau handelt“ hat
gezeigt, dass wir als Stadtgesellschaft zusammen stehen können – das macht Mut
für die Zukunft.
Corona verschwindet hoffentlich bald.
Doch die wesentliche größere Krise – die Klimakrise – bleibt!
Wir werden daher noch mehr tun
müssen – wir werden die Stadt noch lebenswerter - aber auch klimafester - machen
müssen.
Wir werden den ÖPNV stärken müssen –
mit der Einführung des 10- Min -Takts und den neuen super leisen Erdgasbussen
haben wir einen großen Schritt getan. Und das ganz ohne Mehrkosten, wie von
manchen befürchtet. Den bereits etablierten Busverkehr bis 24 Uhr muss man da fast nicht mehr
erwähnen. Und gerade eben wurde der neue Busbahnhof auf den Weg gebracht.
Wir müssen unser Radverkehrskonzept
weiter fortführen. Dabei
können und sollen wir uns momentan nur auf solche Maßnahmen konzentrieren, die wenig kosten und viel bringen. Radschutzstreifen
und Fahrradstraßen an geeigneten Stellen sind hier die Mittel der Wahl.
Die öffentlichen Flächen müssen
gerechter genutzt werden. Mehr Freischankflächen, mehr Grün, mehr
Parkraumbewirtschaftung, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Auch eine neue
Stellplatzsatzung wird hier einen erheblichen Einfluss nehmen.
Wir müssen mehr Erneuerbare Energien
in die Stadt bringen. Trotz der höchst fragwürdigen gesetzlichen Regelungen auf
Bundes- und Landesebene ist es wichtig, an unserem Ziel einer hundertprozentigen CO²
neutralen Energieversorgung festzuhalten. Unsere Stadtwerke sind dazu der
Schlüssel.
Wir sind derzeit von der Corona-Krise
gebeutelt, aber wir können trotzdem weiter an unserer Stadt bauen. Wie gesagt
wünschen wir uns, dass alle Stadträte hier konstruktiv mitarbeiten. Das Bündnis
ist dafür offen.
Wie eingangs erwähnt, stimmt die
Fraktion des Bündnis für Dachau / Die PARTEI dem Haushalt 2021 zu.
Wir bedanken uns bei der Verwaltung für die gewohnt offene und transparente
Darlegung der Grundlagen und die Ausarbeitung.
Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung, den Kolleginnen und Kollegen des
Stadtrates, unserem Oberbürgermeister und den Vertretern der Dachauer Medien
ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
Vielen Dank.
Fraktionsvorsitzender
Bündnis für Dachau / Die PARTEI
Montag, 7. Dezember 2020
Bündnis im Stadtrat: Wirtschaftsfaktor Tourismus
Donnerstag, 3. Dezember 2020
Bündnis im Stadtrat: Bernhard Sturm erhält die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau
Bündnis im Stadtrat: Ideenwettbewerb entschieden - Bahnhof bleibt erhalten
Bündnis für ein Feuerwerksverbot 2020 - Böllerspaß geht vor Mensch- und Tierwohl
Am 01.12.2020 wurde im Hauptausschuss der Antrag des Bündnis für ein Feuerwerksverbot für das diesjährige Sylvester und einer langfristigen Lösung mit einem zentralen Feuerwerk oder auch Laser-Show behandelt.
Aus der Vorlage der Verwaltung wurde klar, dass das Bundessprengstoffgesetz maßgeblich ist. Die darin enthaltenen Regelungen verhindern nach Angaben der Verwaltung, dass die Stadt Dachau ein generelles Verbot für ein Feuerwerk aussprechen kann.
Wir vom Bündnis haben klar gestellt, dass es sehr schade ist, dass die Stadt keine Maßnahmen ergreifen kann, um einen besseren Tierschutz, Lärmschutz und Gesundheitsschutz für seine Bürger zu gewährleisten. In diesem Corona-Jahr kommt noch dazu, dass unsere Rettungskräfte (Feuerwehr, Sanitäter und Krankenhauspersonal) eh schon am Anschlag Ihrer Leistungsfähigkeit stehen.
Die FW, FDP und CSU haben die Freiheit des Einzelnen für eine selbst bestimmte Entscheidung für ein Feuerwerk hervorgehoben, und betont, dass doch jedem nach diesem Jahr ein bisschen Spaß gegönnt werden sollte. Das Bündnis sieht es sehr kritisch den Spaß des Einzelnen über das Wohl Aller zu stellen.
Das Bündnis hat deshalb vorgeschlagen, einen Bürgerfond für ein zentrales Feuerwerk oder Lasershow in Dachau einzurichten. Die Kosten von ca. 50.000 EUR sollten so leicht aufzubringen sein. Alle Bürger könnten Ihre Ausgaben, die sie sonst für ein privates Feuerwerk hätten, in diesem Fond einbringen. Überschüsse gehen als Spende an die Bürgerspitalstiftung.
Dadurch kann Tierschutz, Lärmschutz und Gesundheitsschutz mit dem Wunsch vieler nach einem Feuerwerk oder Lasershow in Einklang gebracht werden - eine Silvesterfeier für wirklich Alle!
Mittwoch, 2. Dezember 2020
Über 10 Jahre Städtefreundschaft zwischen Areguá und Dachau
Neben seinen Städtepartnerschaften mit Klagenfurt, Fondi und Léognan pflegt die Stadt Dachau seit über zehn Jahren auch freundschaftliche Kontakte mit der Stadt Areguá in Paraguay. Bruno Schachtner, ehemaliger Stadtrat und Kulturreferent des Bündnis für Dachau, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Initiator der Städtefreundschaft, plant im kommenden Mai eine Feier in Dachau.
Schon vor der offiziellen Freundschaft gab es viele Kontakte von Dachauern mit Areguá, zum Beispiel in den Bereichen Ausbildung, Kunst, Soziales, Sport und Solarenergie. Außerdem spendete Dachau ein Feuerwehrfahrzeug für Areguá. In dem südamerikanischen Land mit gut sieben Millionen Einwohnern - in Areguá leben 17.000 Menschen - ist ein funktionierendes Feuerwehrwesen von noch größerer Bedeutung als bei uns. Wie im Nachbarland Brasilien kommt es durch Hitze, Wind und Brandstiftung immer wieder zu großen Bränden. "Das von Dachau gespendete Feuerwehrauto ist dann auch nur eine kleine Hilfe", weiß Bruno Schachtner, der mit Areguá in ständigem Kontakt steht.
Durch die Corona-Pandemie kommt Paraguay aktuell deutlich besser als Brasilien. Bisher kam es zu 80.000 Infektionen. Circa 1.700 Menschen starben an dem Virus. Zuletzt sind aber auch in Paraguay die Infektionszahlen stark angestiegen. Zu leiden haben die Menschen in Areguá wie in ganz Paraguay auch an Sekundärfolgen der Pandemie: Viele in Italien, Spanien, Argentinien und Brasilien arbeitende Paraguayer mussten ihre Gastländer verlassen und zurück nach Paraguay. Viele Familien haben damit eine wichtige Quelle der Existenzsicherung verloren.
Interessenten und potenzielle Unterstützer der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Dachau und Areguá können sich gerne an Städtepartnerschaftsreferentin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) wenden.
Weitere Informationen zu den geplanten Feierlichkeiten gibt es, sobald feststeht, ob und in welchem Rahmen im kommenden Mai gefeiert werden kann.
Freitag, 27. November 2020
Gebt den Gesundheitsämtern endlich vernünftiges Werkzeug in die Hand
Panorama vom 26. November | ARD Mediathek - Corona-Nachverfolgung: Der verschlafene Sommer
Was in diesem Beitrag sonst noch ausgesprochen wird, mag ich gar nicht zitieren - schaut es Euch selbst in der Mediathek an. (Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung)Donnerstag, 26. November 2020
Bündnis im Stadtrat: Radverbindung nach Karlsfeld westlich der Bahn - Karlsfelder SPD Antrag aufgreifen
Dienstag, 24. November 2020
Bündnis im Stadtrat: frühzeitige Vorbereitung auf die Novelle der Bauordnung
Freitag, 20. November 2020
Bündnis im Stadtrat - Sylvester 2020 ohne Feuerwerk in Dachau
Der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft fordert ein Feuerwerksverbot für das diesjährige Sylvester. „Zum Feuerwerk gesellten sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung – und das sei nicht angesagt“ so wird Rainer Wendt in der Presse zitiert. Die gleiche Forderung kommt von verschiedenen Politikern und einige Städte prüfen bereits ein Feuerwerksverbot. In den Niederlanden wurden Feuerwerke dieses Jahr bereits verboten.
Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden
Antrag:
- Die Stadtverwaltung prüft ein Feuerwerksverbot für Sylvester 2020 in der Stadt Dachau.
- Für die Folgejahre wird ein Konzept erarbeitet an dem Positivplätze ausgewiesen werden, an denen private Feuerwerke stattfinden können.
- Alternativ wird geprüft, ob durch ein zentrales Feuerwerk private Feuerwerke in Dachau generell untersagt werden können.
Begründung:
Wie der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Wendt, dargelegt hat sind private Feuerwerke an Sylvester in Coronazeiten kontraproduktiv. Gruppenbildung und Partystimmung gingen damit einher.
Langfristig ist ein Konzept mit Positivstandorten sinnvoll, das können größere Freiflächen außerhalb von Wohnvierteln sein. Damit wird die Feinstaubelastung erheblich reduziert und auch dem Tierschutz Genüge getan.
Noch interessanter wäre möglicherweise ein Bürgerfest auf der Ludwig-Thoma-Wiese begleitet mit einem zentralen städtischen Feuerwerk. Dadurch wird ein attraktives Feuerwerk für alle ermöglicht und gleichzeitig Müll vermieden, die Feinstaub- und Gesundheitsbelastung massiv reduziert und der Tierschutz erheblich verbessert.
Mittwoch, 18. November 2020
Bündnis im Stadtrat - Fahrradgaragen für die Stadtbau
Dienstag, 17. November 2020
Bündnis im Stadtrat: Neue Städtetpartnerschaft mit Léognan - am Ortseingang Tafeln anbringen
Sabine Geißler, Stadtratsreferentin für Tourismus und Städtepartnerschaft, weist auf die fehlenden Städtepartnerschaftstafeln an den Ortseingängen hin.
Antrag:
Die Stadt Dachau ergänzt an den Ortseingängen die Hinweistafeln um die neue
Städtepartnerschaft mit Léognan, so wie in Leognan bereits geschehen (siehe Foto
nächste Seite).
Begründung:
Die
Städtepartnerschaft mit Léognan ist seit 5. November 2019 beschlossen, konnte
aufgrund der Pandemiesituation nur noch nicht offiziell besiegelt werden. Die
eigentlich für Oktober 2020 geplante Fahrt einer Delegation nach Léognan, wo
die Partnerschaftsurkunde hätte unterzeichnet werden sollen, musste wegen des
Infektionsgeschehens leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dasselbe
gilt für den (Gegen-)Besuch einer französischen Delegation in Dachau.
Nichtsdestotrotz
ist die Städtepartnerschaft beschlossene Sache: Dachau hat eine französische
Partnerstadt, Léognan eine deutsche.
Léognan
hat dieser Tatsache bereits Rechnung getragen und dies an den entsprechenden
Tafeln an den Ortseingängen dokumentiert.
Dies
ist ein starkes Zeichen dafür, dass die Partnerschaft nicht nur als Beschluss
der politischen Gremien existiert, sondern auch ohne offiziellen Akt als solche
empfunden wird.
Dieses
Zeichen sollte die Stadt Dachau auch setzen – gerade in diesen Zeiten. Corona
kann und soll die Partnerschaft und Freundschaft zwischen unseren beiden
Kommunen nicht verschieben oder blockieren.
Sonntag, 15. November 2020
Sind Angebote für die Bürgerinnen und Bürger Geschenke?
Bämm...
jetzt wissen wir wer an der Haushaltsmisere schuld hat. Wie kann es auch anders sein, die Lastenradfahrer und eBiker. War ja klar. Genauso wie die Sch....Radler daran schuld sind, dass die Münchner Straße verödet vor sich hinsiecht. Genau so wie’s ein Altvorderer der Christsozialen Volkspartei es weiland prophezeit hat.
Wer meint, Angebote für Bürgerinnen und Bürger seien „Geschenke“, hat da was falsch verstanden oder spielt das populistische Spiel, „die da oben“, gegen „wir da unten“. Konkret, wer hat wann wem was „geschenkt“? Gibt es Namen? Über welche Summen wird da gesprochen?
Eine Frage, helfen uns dramatisch vorgetragene Aufzählungen von Binsenweisheiten aus der populistischen Krusch-Ecke weiter? Ähh, nein. Beispiele gefällig? "Die Herausforderungen der Zukunft sind enorm" - Ähh, ja. "Das Wachstum in der Region ist ungebremst" - Ähh, ja. "Um das zu bewältigen braucht es finanziellen Weitblick", Ähh, nein.
Es brauch schlicht und einfach eine gerechte Verteilung der finanziellen Lasten die den Kommmunen aufgehalst werden. Was wir aus der Finanzkrise gelernt haben ist, dass Wirtschaftskrisen ungefiltert ins Kontor der Einkommen der Kommunen einschlagen. Und wer nun den Kommunen das zum Vorwurf macht, mit einem "dann müssen sie halt nur ihre Hausaufgaben machen", der führt sich auf wie diese Klugscheißer, die schon in der Schule immer alles besser gewußt haben, wenn die ganze Klasse die Mathe Prüfung verkackt hat.
Wer meint die Stadt könne sich aussuche was freiwillige und was Pflichtleistungen sind hat die Mindestaforderung an Stadtratsarbeit nicht verstanden. Kommunalpolitik bedeutet doch, für die Bürgerinnen und Bürger Angebote zu machen. Und wer meint, das soll nicht so sein, dann kann man es ja sagen.
Es ist doch ganz einfach. Wer meint, Dachau braucht keinen wettbewerbsfähigen Amateursport mehr, soll es einfach sagen. Weil, dann reichen auch Schulturnhallen und Hartplätze.
Wer meint, ein angebotsorientierter Busverkehr sei Luxus, der soll halt den Bürgerinnen und Bürgern die kein Auto haben und auf den Bus angewiesen sind sagen, dass sie selber schuld sind, weil sie sich kein Auto leisten zu können. Und gefälligst dankbar sein, dass überaupt ein Bus fährt.
Wer meint, ein Eisstadion wird gebaut, um den "politischen Gegner zu ärgern", der soll halt den tausenden Bürgerinnen und Bürgern die winters voller Freude Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen sagen, sie wollen gar nicht Eislaufen, sie werden von „der Politik“ dazu gezwungen.
Wer lamentiert, die Stadt gebe zu viel Geld aus, und quasi einem Bebauungsplan mit Maximal-Bebauung das Wort redet, der soll auch sagen, wo das Geld für die dann nötigen Kindertagesstätten und Schulen her kommen soll. Ja, die Tatsache, dass jeder Zuzug der Stadt Geld kostet kann man nicht wegleugnen.
Aber wenn schon Einnahmen so dringen nötig sind. Es gäbe da einen Vorschlag. Die Stadt erhebt für jeden Parkplatz auf öffentlichen Raum, der nicht für Gewerbe oder Einzelhandel benötigt wird, eine Gebühr von 1 Euro am Tag. Bei 10.000 Parkplätzen (was realistisch sein dürfte) kämen da 3,65 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Damit könnte die Kunst-, Kultur- und Sportförderung finanziert werden. Das wäre doch mal vernünftig.
Samstag, 14. November 2020
Bündnis im Kreistag: intensive Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschuss
Stadtwerke betreiben Busse weitere 10 Jahre
Der MVV-Regionalbusverkehr für die Dachauer innerstädtischen Linien wurde für weitere 10 Jahre an die Stadt übertragen.
Recycling-Baustoffe werden geprüft
Bei künftigen Bauvorhaben des Landkreises werden auf Antrag der Grünen Recycling-Baustoffe (RC-Baustoffe) auf ihre mögliche Verwendung geprüft. Mein weitergehender Antrag, RC immer zu verwenden, wenn es gesetzlich bzw. nach DIN-Vorschriften möglich ist, wurde zwar abgelehnt. Aber immerhin wurde erreicht, dass den zuständigen Gremien bei jedem Bauvorhaben eine Darstellung vorgelegt wird, aus der die Möglichkeit des RC-Einsatzes samt evtl. Mehrkosten hervorgeht. Dies ist aus Gründen des Ressourcenschutzes auch dringend notwendig, denn wir in den sog. zivilisierten westlichen Industrieländern sind Teil des Gesamtproblems, wenn etwa Sand aus illegalem Abbau in Südostasien unter Inkaufnahme des Verlustes ganzer Strände und Zerstörung von örtlicher Fauna und Flora für die Herstellung von Beton bei uns importiert wird…
Es soll ein Katalog von Kriterien zur Bewertung der (sozialen, ökonomischen und ökologischen) Nachhaltigkeit eingeführt werden, der bei jeder Beschlussvorlage im Kreistag und seiner Ausschüsse als Mit-Entscheidungsgrundlage dienen soll. Dies konnte zum Glück gegen kritische Stimmen durchgesetzt werden, die darauf abgehoben haben, dass die Verwaltung schon gut arbeite und man ansonsten den „gesunden Menschenverstand“ verwenden könne.
Ich habe mich natürlich mit dafür eingesetzt, dass der Landkreis der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen AGFK beitritt. In den kommenden max. vier Jahren sollen damit die schon ganz guten Grundlagen (einschl. eines aktualisierten Radverkehrskonzeptes) für eine letztlich positive Radfahrkultur im Landkreis weiter verbessert werden. Hierzu soll mit einem/r ehrenamtlichen Radbeauftragten eine erste offizielle Verbindungsstelle zur Bürgerschaft und zur Verwaltung implementiert werden. Die Richtlinien der AGFK sehen die Notwendigkeit einer späteren Einführung einer hauptamtlichen Stelle vor.
Diskutiert wurde über die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine Radschnellverbindung von Dachau über Karlsfeld nach München. In Dachau wurde die dabei mit Priorität auf ein Nutzen/Kostenverhältnis >1 herausgefundene „Bestvariante“ (über die Augustenfelder Str. und die Rothschwaige) befürwortet. In Karlsfeld würde es dabei jedoch über die Wehrstaudenstr. ziemlich „ums Eck“ gehen. Hier sollte unbedingt die B304/Münchner Str. nochmals untersucht werden, denn insb. Berufspendler sind mit bis zu 30 km/h (ohne E-Bike, tatsächlich!) unterwegs. Das erfordert mgl. viele gerade Strecken. Aber immerhin soll es eine gemeinsame Gruppe mit der Landeshauptstadt und den umliegenden Landkreisen geben, die die jeweiligen Ergebnisse der verschiedenen untersuchten Strecken mit den Andockpunkten in München weiter bewerten.
(die ohnehin nicht kommen kann ?)
Interessant war zum Schluss noch Folgendes: Im Haushalt für den Tiefbau stehen die Jahresraten für die vor zwei Jahren beschlossene Übernahme der Kosten für die Planung der Nordumgehung von Dachau in Höhe von 830.000 EUR (nur für die Planung!) durch den Landkreis. Dies erfolgte, um die niedrige Priorisierung im bayerischen Straßenverkehrswegeplan nach oben zu befördern. Es ist allerdings seit Anbeginn bekannt, dass die Nordumfahrung ohne Realisierung der Ostumfahrung überhaupt nicht gebaut werden kann. Zur Ostumfahrung allerdings hat u.a. der BUND Naturschutz schon im Jahr 2014 (!) massive Einwendungen zu diesem zweistelligen Millionengrab erhoben, zu denen bislang noch keine Anhörung stattgefunden hat. Auf meine heutige Frage nach dem diesbzgl. Stand konnte mir keine Antwort gegeben werden…
Kreisrat Peter Heller
Donnerstag, 12. November 2020
Gerechte Lastenverteilung? Baustopp für Dachau - kein Baustopp für den Landkreis
Die Corona Krise wirkt sich natürlich auch im städtischen Haushalt aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen kommt die Stadt Dachau im Jahr 2020 noch relativ unbeschadet durch die Krise und muss offensichtlich keine Kredite aufnehmen. Im Haushalt für 2021 fehlen allerdings allein aus Steuerausfällen über 5 Mio. EUR. Die überproportionale Kostensteigerungen im Bereich Kinderbetreuung und Kreisumlage tun ihr Übriges. Der ursprüngliche Haushaltsentwurf war daher nicht genehmigungsfähig.
Nachdem die Streichlisten aus den Ausschüssen nicht ausreichen, wurden heute im Haupt- und Finanzausschuss nochmal massive Einsparungen beschlossen. Die Stadt verhängt quasi einen totalen Baustopp - nur noch Pflichtaufgaben werden realisiert.
Gestrichen wurde unter anderem:
- Kunsteisbahn am ASV Gelände
- Musikheim der Knabenkapelle
- Rad-und Fußgängerbrücke Schleißheimer Str.
- Mietradsystem des MVV
- Erdverkabelung der Stromleitung an der Theodor-Heuss-Straße
- 5 % Personalbudget
- Verschiedenste Zuschüsse im Bereich Sport und Kultur
Gestrichen wurde schließlich selbst die dringend notwendige und als Pflichtaufgabe der Stadt eingestufte Rathauserweiterung.
Angesichts der Tatsache, dass im Landkreis an den Planungen für das 100 Mio. EUR Projekt "Neues Landratsamt" festgehalten wird und eine Schuldenaufnahme für den Kreishaushalt abgelehnt wird, wird es zunehmend schwierig den Dachauer Sportlern, Künstlern und städtischen Mitarbeitern zu erklären, dass Ihre Projekte gestrichen werden.
Damit nicht genug, die Kreisumlage von jetzt 48 % soll noch weiter steigen:
- 2021 48,50 %
- 2022 49,00 %
- 2023 49,50 %
- 2024 49,99 %
Warum nicht 50 %? - weil das möglicherweise rechtlich nicht mehr zulässig ist.
Der Landkreis reizt also seine Finanzierungsmöglichkeiten gegenüber Stadt und Gemeinden bis zum letzten aus, während Stadt und Gemeinden Ihre Leistungen bis zum Äußersten reduzieren müssen.
Dass ist unser Erachtens der falsche Weg, die Krise zu bewältigen. Stadt, Gemeinden und Landkreis müssen solidarisch zusammen stehen und zum Wohl der Bürger die Lasten gerecht verteilen.
Mittwoch, 11. November 2020
Kürzungen für Sport und Kultur aber Erhöhung der Kreisumlage?
Die Haushaltsberatungen stehen bevor und es ist in Aussicht gestellt, dass die Rechtsaufsicht (Landratsamt Dachau) den Haushalt so nicht genehmigen wird. Die Stadt solle sich auf die Pflichtaufgaben beschränken und die freiwilligen Leistungen kürzen.
Gleichzeitig steigt aber die Abgabe der Stadt Dachau an den Landkreis (=Kreisumlage) erneut. Musste die Stadt Dachau im Jahr 2020 noch 31.995.576 € zahlen sind es im kommenden Jahr 32.577.301 €.
Fast alle Bürgermeister im Landkreis werden wieder ein lautes Wehklagen über ihre Haushalte anstimmen. Die Konsequenz - wenigstens einmal eine Nullrunde bei der Steigerung der Kreisumlage einzulegen - hätten zumindest jene, die auch im Kreistag sitzen, in der Hand - im wahrsten Sinne des Wortes, wenn es um die Zustimmung zum Kreishaushalt geht.
Dabei wird immer nur auf den Hebesatz verwiesen. Dieser liegt derzeit bei 48%. Eine bessere Einschätzung erhält man wenn man sich die absoluten Beträge ansieht.
Klar, auch der Landkreis muss seine Aufgaben finanzieren und die Regelung ist nun mal so, dass er beschließen kann und die Gemeinden bezahlen.
Klar ist aber auch, dass in Zeiten von Corona alle den Gürtel enger schnallen sollten - sollten.
Wenn die Stadt Dachau also auf Geheiß des Landratsamtes sparen muss, dann sieht man auch für wen wir sparen: für den Landkreis, der sich nicht verschuldet. Und wenn es wieder heißt, der Landkreis müsse ja auch einen Teil der Kreisumlage an den Bezirk abgeben: FALSCH
Der Bezirk hatte angeboten, einen Großteil seiner Ausgaben über eine Neuverschuldung zu finanzieren. Der Vorschlag wurde abgelehnt - von den Landräten.
Und auch Hans-Peter Mayer, Finanzreferent und Direktor beim Bayerischen Gemeindetag, wird in der Dachauer SZ Das lähmt eine Stadt gewaltig zitiert: "So wie eine Stadt einen Kredit aufnehmen kann, kann theoretisch auch ein Kreis einen Kredit aufnehmen."
Also liebe Sportler - das sind die Zusammenhänge!
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ceterum censeo: eine Glasfassade ist eine Glasfassade
Dienstag, 10. November 2020
Bezirk will Landkreise entlasten, Landräte lehnen ab und holen sich das Geld lieber bei den Gemeinden
Wo ein guter Wille wäre, wäre auch ein guter Weg.
Der Landkreis holt sich seine finanziellen Mittel bei den Landkreisgemeinden per Beschluss im Kreistag, diese müssen sich bis an die Grenze ihre Belastbarkeit verschulden. Oft wird die Alternativlosigkeit damit begründet, dass der Bezirk sich seine Mittel bei den Landkreisen holt, auch per Beschluss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Bei den Entscheidungen wirken die Kommunalparlamente nicht mit, das wird anscheinend in Landratsrunden entschieden.
"Bei einem Hebesatz von 21 Prozentpunkten flössen dem Bezirkshaushalt 2021 rund 1,744 Milliarden Euro zu. Der ungedeckte Bedarf liegt bei 1,91 Milliarden Euro. Um die Umlagezahler zu entlasten, entnimmt der Bezirk im kommenden Jahr 45 Millionen Euro aus seiner Rücklage. Diese schmilzt damit auf das gesetzliche Minimum ab.
Die Kämmerei (des Bezirks) stellte darüber hinaus die Option in den Raum, den Verwaltungshaushalt mit der Aufnahme neuer Kredite in Höhe von 50 Millionen Euro zu stützen.
Dieser Vorschlag wurde von den Landräten und Oberbürgermeistern* intensiv und kontrovers diskutiert. Im Ergebnis plädierte eine Mehrheit für eine Anhebung der Umlage 2021 um 0,7 Prozentpunkte. Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass die Belastungen aus der Corona-Pandemie noch nicht abschließend bewertet werden können."
Anm: * der kreisfreien Städte, also nicht Dachau
Bezirk aktuell - Ausgabe 4/2020
Donnerstag, 5. November 2020
Bündnis beantragt Fahrradstraßen im Stadtteil Augustenfeld - Jetzt statt irgendwann!
Im Umwelt- und Verkehrsausschuss vom 13.10.2020 wurde im Zuge der Planungen zu einem Radschnellweg von Dachau nach München die Augustenfelder Straße in Form einer Fahrradstraße als Route innerhalb Dachaus beschlossen.
Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden
Antrag:
Die beschlossen Fahrradstraße „Augustenfelder Str.“ wird bereits vorab ohne die für einen Radschnellweg notwendigen Umbauten eingeführt. Außerdem wird zusätzlich dazu eine Fahrradstraße „Obere Moosschwaigestraße" eingeführt.
Begründung:
Die Stadt Dachau hat in seinem Mobilitätsleitbild die Gleichberechtigung und verbesserte Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer festgelegt.
Die im Antrag genannten Fahrradstraßen beinhaltet neben dem zukünftigen Radschnellweg mit dem Fahrradparkhaus und dem Ignatz-Taschner-Gymnasium zwei wichtige Ziele für den Schüler und Pendlerverkehr.
Die Realisierung eines Radschnellwegs ist derzeit noch nicht absehbar. Die Realisierung einer vom Bündnis beantragten Fahrradzone ist mit dem Beschluss für einen zukünftigen Radschnellweg aber auch obsolet.
Mit der umgehenden Realisierung von Fahrradstraßen im Stadtteil Augustenfeld im beantragten Umfang kann sofort eine wesentliche Verbesserung und Gleichberechtigung für den Radverkehr auf einer Hauptroute geschaffen werden und eine wichtige Schulwegverbindung sicherer gestaltet werden.
Parteiübergreifende Suche




















