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Freitag, 3. April 2015

Umweltqualität ist entscheidend für Lebensqualität


Das Umweltbewusstsein der Deutschen wandelt sich - und die Qualität der gebauten Umwelt ist entscheidend für Lebensqualität. 
Zwei kürzlich erschienene Studien beweisen das.

Die Umweltbewusstseinsstudie
Die Studie von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) bestätigt, die Deutschen sehen Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung für Zukunftsaufgaben, für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Zum Dokument...
 

Die Mehrheit, 82 % der Befragten wünscht sich eine Abkehr von einer auf das Auto zentrierten Städteplanung. Städte und Gemeinden seien so umzugestalten, dass sie sich vom Autoverkehr abwenden und kurzen Fußwegen, Fahrrad- und öffentlichem Nahverkehr zuwenden. Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. 
Die Auto-zentrierte Stadt wird von vielen offensichtlich längst mehr als Belastung denn als Erleichterung des Alltagslebens erfahren.

Der "Baukulturbericht 2014"
Der durch das das Deutsche Institut für Urbanistik im Auftrag der Bundesstiftung Baukultur erstellt Bericht sagt, die Qualität der gebauten Umwelt ist entscheidend für die Identität unserer Städte und Kulturlandschaften. Zum Dokument...

  • Je sorgfältiger sowohl öffentliche Bauvorhaben als auch private Investitionen gestaltet, geplant und umgesetzt werden, desto mehr Qualität erreichen wir für unsere gebaute Umwelt.
  • Je gemischter und vielfältiger das Angebot an Nutzungen und Einrichtungen ist, desto höher ist unsere Zufriedenheit mit dem Alltagsleben in der Stadt.
  • 70% der Bevölkerung in Deutschland wünschen sich ein lebendiges Stadt­viertel als Wohnumfeld und 
  • mehr als die Hälfte möchte in einer Wohngegend mit ganz unterschiedlichen Menschen wohnen. 
  • Knapp ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland fühlt sich über das Baugeschehen vor Ort nicht ausreichend informiert. Knapp ein Drittel hat in den letzten zwölf Monaten Beteiligungsangebote wahrgenommen. 
  • 69% der Bevölkerung sehen die Hauptverantwortung für Bauverzögerungen und damit verbundene Mehrkosten in öffentlichen Bauvorhaben bei der Politik.

Die gezeigten Studien zeigen, dass das Bündnis für Dachau nicht so falsch mit seinen Ansichten ist. 
Wir wollen eine Stadtentwicklungspolitik gestalten, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
 

Sonntag, 29. März 2015

Bürgerbeteiligung - Neustart mit alter Problematik

Ob MD-Gelände oder Gewerbeentwicklung. Mögliche Verkehrsberuhigung in der Altstadt oder Bebauungsplan TSV Gelände. Kaum ein Thema in Dachau, das nicht in eine Bürgerbeteiligung münden soll.
 

Nun stellen wir uns die Frage, was soll jetzt anders und besser werden? Weil, die Grundproblematik bleibt bestehen, auch wenn man dem Kind einen neuen Namen gibt und die Integrative Stadtentwicklung gerade beerdigt wurde.
 

Wie kann und soll die Politik mit den Entscheidungen der Bürger umgehen?
Denn letztlich ist an dieser Frage die Integrative Stadtentwicklung gescheitert. Die Bürger haben sich "zuviel herausgenommen". "Hirngespinste und Auswüchse" waren Attribute mit denen Vorschläge der Bürger abgekanzelt wurden.
 

Nun hat es sich gut getroffen, dass jüngst Landrat Löwl bei der Auftaktveranstaltung zum Bürgerdialog des LK-Dachau 23.2.2015, Frau Ursula Ammermann der Münchner Agentur citycom zu einem Grundsatzvortrag zum Thema Bürgebeteiligung eingeladen hat. Die Dipl. Geographin, Stadtplanerin und Moderatorin Ursula Ammermann soll wohl die zukünftigen Beteiligungsverfahren des Landkreises moderieren und ist eine der Agenturen, die für die in Dachau stattfindenden Bürgerbeteigungsprozesse im Gespräch ist. In ihrem Vortrag hat Frau Ammerman dargelegt wie die Grundregeln der Bürgerbeteiligung sein sollen. Und das läßt aufhorchen.

Bekennt man sich zur Bürgerbeteiligung, muss eine grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung und zur zeitnahen Umsetztung da sein, auch wenn die letztliche Entscheidung bei der Politik liegt - sonst wird Bürgerbeteiligung zur Show.
 

Hier zum nachlesen was citycom unter Bürgerbeteiligung versteht (Vortrag Ammermann):

Beteiligen heißt:

  • Ziele, Handlungsspielräume und Grenzen benennen (Transparenz)
  • Klare Regeln miteinander setzten
  • Richtigen Zeitpunkt wählen
  • Geeignete Verfahren auswählen
  • Professionell vorbereiten
  • Zielgruppen und Schlüsselpersonen definieren
  • Politische und verwaltungsinterne Absicherung (Wie mit den Ergebnissen umgehen)
  • Feedback und zeitnahe Umsetzung
  • Zeit, Zeit, Zeit (Prozess und Kontinuität)
  • Verantwortung aller für das Ergebnis
  • Klarheit in den Rollen herstellen
Rollen der Bürgerbeteiligung (BB)
 

Stadtrat:
  • Nimmt als Beobachter an der BB teil
  • Setzt sich ernsthaft mit dem Ergebnis auseinander
  • Entscheidet über Umsetzung und begründet Entscheidung
  • Unterstützt die Verwaltung durch Feedback bei der Umsetzung
Verwaltung:
  • Ist fachlicher Experte. Informiert politisch neutral, ehrlich und objektiv
  • Ist stetiger Ansprechpartner für Bürger
  • Schaft Überblick über Planung, Verfahren, Alternativen
  • Wählt Ziele und Form der Beteiligung
  • Kommuniziert die Umsetzung
Bürger:
  • Wird informiert und qualifiziert sich
  • Bringt sich in die Planung ein - In definierten Rahmen, mit seinem "Vor-Ort" Wissen.
  • Nimmt verbindlich am Verfahren teil
  • Erhält Feedback zur Umsetzung
Moderation:
  • Sind zeitlich begrenzte Prozessverantwortliche
  • Sind inhaltlich neutral und unparteiisch
  • Gestalten den Prozess
  • Kontrollieren die Einhaltung der vereinbarten Regeln und Strukturen
  • Unterstützen beim Feedback

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