Dienstag, 18. Juni 2019

Wandlungsverbot von Wohnungen zu Ferienwohnungen

Während die Stadt Dachau fraktionsübergreifend große Anstrengungen unternimmt um für Normalverdiener Wohnungen zu schaffen, wird der Bestand an Wohnungen durch Umwandlungen von Wohnungen in Ferienwohnungen oder Arbeiterwohnheime dezimiert, teilweise mit oder aber auch ohne Genehmigung. Gleichzeitig sind in der Stadt Dachau 153 Menschen obdachlos, davon 47 Kinder.

Ein Beispiel:
eine 88m2 Wohnung in Bahnhofsnähe wird für 93€ pro Nacht vermietet. Das entspricht bei 75% Auslastung einer Nettomiete von ca. 24€, bei 100% Auslastung von ca. 32€ pro m².

Aber auch die Umwandlung in Arbeiterwohnheime führt zwar zu einer exorbitanten Einnahmensteigerung, hat aber für die Stadt Dachau keinerlei Nutzen. Weder gehen damit Steuereinnahmen einher, noch sind diese Anlagen zum Leidwesen der Nachbarn mit ausreichend Stellplätzen versehen.

Es ist zu befürchten, dass diese Beispiele Schule machen und diese Nutzungen legal oder illegal im Stadtgebiet zunehmen. Während die meisten Anstrengungen die Wohnungsknappheit zu mildern nur mittel- bis langfristig wirken, bietet sich mit einem Wandlungsverbot eine schnelle und effektive Maßnahme gegen die weitere Verknappung von Wohnraum. Diese Maßnahme kostet der Stadt Dachau nichts und spart auch im Genehmigungsverfahren der Verwaltung Zeit. Die rechtliche Grundlage ist mit der Novellierung des Baugesetzbuches und der Baunutzungsverordnung gegeben.

Es geht uns in unserem Antrag nicht um legale Untervermietungen, sondern um Wohnungen und Wohnhäuser, die komplett den Wohnungsmarkt entzogen werden.


Die Fraktion des Bündnis für Dachau stellt folgenden Antrag:

Nutzungsänderungen von Wohnungen zu Ferienwohnungen oder Arbeiterwohnheimen sind bis auf weiteres in Dachau nicht mehr durch die Verwaltung zu genehmigen. Bauanträge zu Ferienhäuser/-wohnungen oder Arbeiterwohnheimen sind grundsätzlich vom Bauausschuss zu genehmigen.

Begründung:
Solange in der Stadt Dachau Familien mit Kindern (laut Jahresbericht 47 Kinder) von Obdachlosigkeit betroffen sind, ist es nicht nachvollziehbar warum Nutzungsänderungen von Wohnungen zu Ferienwohnungen, Arbeiterwohnheimen genehmigt werden sollen.

Als Rechtsgrundlage bietet sich die die Baurechtsnovelle des BauGB und der BauNVO an: Das Gesetz regelt nunmehr den Umgang mit Ferienwohnungen. Gemeinden können einen Genehmigungsvorbehalt gegen den Neubau oder die Nutzung von Wohnraum als "Ferienwohnung" aussprechen. Nur in Sondergebieten (z.B. Kurorten) sind aber Ferienwohnungen und Dauerwohnungen nebeneinander als Regelnutzungen weiterhin zugelassen.

Beispiel Lindau (einstimmiger Stadtratsbeschluss)



Für die Fraktion des Bündnis für Dachau
Kai Kühnel

Donnerstag, 13. Juni 2019

Mit dem Musketier unterwegs - Eines für alle (Lasten)


3 Säcke mit Grünschnitt, kaputte Backform, verbogener Radllenker, noch was aus Blech, Altglas, mehrere leere Getränkekästen und Pfandflaschen. Ein Blick in den Schuppen sagt... das wird eine größere Aktion. 


Dafür habe ich mir den (das?) Musketier vom Lastenradsharing Team des ADFC ausgeliehen. (Infos unter www.adfc-dachau.de/lastenradsharing).

Offiziell möchte das Team um Jan und Olli van Meerendonk im Sommer mit dem Lastenradsharing LASDAH starten. Zwei Lastenräder sind dann im Verleih. Musketier, ein Drei-Rad mit Ladefläche und Rapid, ein Zwei-Rad mit großer Transportwanne und Sitz. Natalie Petzendorfer kümmert sich derzeit um die letzten organisatorischen Details.

Ich bin also noch ein Testpilot. Bei der Übergabe des Musketiers bin ich ernsthaft beeindruckt. Die Ladefläche hat die Ausmaße um eine Europalette aufzunehmen. 

Und dann geht‘s los.
Öha, der dreirädige Bolide fährt sich komplett anders als ein herkömmliches Rad. Ich wurde zwar vorgewarnt, aber im echten Betrieb ist das schon noch was anderes.
Man braucht tatsächlich einige hundert Meter um sich auf die neue Fahrweise einzustellen. Ganz automatisch möchte man sich in die Kurve legen oder durch Gewichtsverlagerung gegensteuern. Das geht bei einem Dreiradgefährt schon mal gar nicht. Das wird mit einer gewissen Bockigkeit quittiert. Es gilt sauber in die „Kurve zu lenken“ und gegen„steuern“. 

Auch die Breite ist nicht ohne. Also einen reichlichen Abstand zum Fahrbahnrand und parkenden Autos halten! Ich muss zugeben, zu Hause angekommen war ich erstmal froh, dass durch die Pfingstferien deutlich weniger Autoverkehr auf der Straße war.

Schnell waren alle Transportgüter verstaut. Was soll ich sagen, mein Plan geht auf, ich bekomme ALLES auf die Ladefläche. Nun geht‘s beladen los. Von Udlding nach Webling zum Containerplatz. Ein kurzes Stück Geh/Radweg zeigt gleichmal, dass unsere „Normbreiten“ für Radwege viel zu schmal sind. Also auf der Straße weiter.
Aha, man merkt, dass man was hermacht. Die Autos fahren länger hinter mir her, bevor sie überholen. Aber wie fast immer, mit viel zu knappen Abstand.

Eingebogen auf den Containerplatz, ein kurzes munteres Fachgespräch mit dem Angestellten - Grünschnitt und Flaschen sind schnell entsorgt. 










Und schon geht’s weiter zum Getränkemarkt. Flüssiger Nachschub ist schnell verstaut und jetzt bin ich schon recht flott unterwegs, zurück nach Hause. 

Die ganze Aktion hat nicht mal eine dreiviertel Stunde gedauert.








So, was ist das Resümee?
  • Man kann mit Muskelkraft und e-Unterstützung auch große Mengen transportieren.
  • Die Transportkapazität übertrifft die der meisten PKWs
  • Man ist mindesten genauso schnell wie mit dem Auto
  • Das Musketier braucht etwas Übung
  • Die Radwege sind zu schmal und zu holprig
  • Auf der Straße zu fahren ist besser und ist erstmal ungewohnt
  • Die Autos überholen viel zu oft, viel zu eng

In Summe: Jederzeit wieder ein Job zusammen mit dem Musketier!

Das Lastenrad-Team bietet jeden letzten Freitag im Monat ab 19:15 Uhr, im Anschluss an die „Critical Mass“, Schnupperkurse für Lastenradinteressierte auf der Thoma-Wiese an.
www.adfc-dachau.de/lastenradsharing
Per Mail: lastenrad@adfc.dachau.de

Bündnis für Dachau - Radkonzepte brauchen Geld zur Umsetzung!

Greenpeace fordert in einer Studie min.  18 EUR / Einwohner / Jahr für den Ausbau der Radlinfrastruktur in Deutschland (und damit auch in Dachau).  Nur so kann man ein den Radverkehr auf ein Niveau wie z. B.  Münster heben und als Basismobilität etablieren.

Die SZ nimmt heute das Thema auf: Breiter, besser, sicherer

Montag, 10. Juni 2019

Stadtradeln 2019: bald geht's los - jetzt fürs Bündnis Team anmelden!

Servus Gemeinde! Vom 24. Juni bis zum 14. Juli startet wieder das Stadtradeln der Stadt Dachau. In 2 Wochen geht es also los! Meldet euch jetzt im Bündnis Team an,  jeder km zählt!  Gleich hier anmelden!

Neben der Freude am Radfahren gibt es ein interessantes Rahmenprogramm des ADFC und schließlich auch schöne Preise zu gewinnen. Alle Details zum Stadtradeln 2019 gibt's unter folgendem Link https://www.stadtradeln.de/landkreis-dachau/.

Das Bündnis ist wieder dabei, wenn es darum geht Ruhm und Ehre für das Bündnis zu erradeln. Letztes Jahr waren wir bärenstark und hatten richtig Spaß dabei. Dieses Jahr wollen wir noch viel mehr Spaß haben.

Neben dem Spaß geht es uns als Bündnis Team natürlich um mehr. Für viele von uns ist das Rad mittlerweile ein wichtiges Alltagsverkehrsmittel. Um so mehr ist es dringend geboten bei jeder Gelegenheit auf diese Wichtigkeit und dem notwendigen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur hinzuweisen. Hier gab es in den letzten Jahren auch sichtbare Fortschritte (Münchner Straße, Radlparkhaus am Dachauer Bahnhof, Förderung von Lastenrädern, Radangebotsstreifen Bahnhof-/Frühlingstraße, etc.). Derzeit erarbeitet die Stadt Dachau ein Radverkehrskonzept. Hier müssen wir später dran bleiben, das dieses auch umgesetzt wird.

Je mehr sich daher beim Stadtradeln beteiligen, umso besser gelingt uns das auch. Wir laden alle Mitglieder, Freunde und Sympathisanten des Bündnis dazu ein, im Team "Bündnis für Dachau" mit zu radeln. Über diesem Link könnt Ihr Euch jetzt schon direkt für unser Team anmelden:  Bündnis für Dachau - mehr radln für die Stadt
und Eure vom 24.06 bis 14.07 gefahrenen km eintragen.

Ansonsten gibt's wieder die App (http://www.stadtradeln.de/app/) zum Eintragen der geradelten km, Aufzeichnen der Strecken und Chatfunktion. Zudem können mit "RADar" Mängel in der Fahrradinfrastruktur gemeldet werden.

Freitag, 7. Juni 2019

Bündnis für Dachau - Wie geil ist eigentlich Hiddensee?

Was hat jetzt Hiddensee mit Dachau zu tun? Diese Frage ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Manche würden jetzt sagen, dass man Hiddensee mit Dachau doch überhaupt nicht vergleichen kann. Warum erscheint dann Hiddensee im Bündnis Blog?


Eine Hauptverkehrssrtraße auf Hiddensee

Ganz einfach: Hiddensee ist eine komplett autofreie Insel! Und genau deshalb hat ein kleiner Teil des Bündnis - genauerer gesagt unser Stadtrat Michael Eisenmann - dort einige Tage seines Urlaubs verbracht. Und ja, Hiddensee kann man überhaupt nicht mit Dachau vergleichen. Hiddensee ist eine Insel, hat nur ca. 1000 Einwohner, ist stark touristisch geprägt und die Menschen sprechen dort eine völig andere Sprache.
Wasser prägt die Landschaft
 Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie eine Autofreie Region funktioniert - ja, völlig entspannt. Kinder spielen auf dem Hauptverkehsweg, Großparkplätze sind 50 qm groß, der schlimmste Verkehrslärm ist das Klappern von Pferdehufen. Alles wird mit Rädern gemacht und nur Versorgungsdienste und Bauern sind motorisiert. Es gibt weder Garagen, die fast so groß wie Einfamilienhäuser sind, noch Tiefgaragen oder ähnliches.

Das großartige an Hiddensee ist aber, dass alles auffällig entspannt abläuft. Alle Menschen dort, ob Bewohner oder Touristen, sind völlig entschleunigt - sofort, wenn man auf der Insel ankommt,  spürt man diese Ruhe.
Statt vielen Straßen gibt es viele Wanderwege

Und jetzt die Antwort darauf, was das eigentlich mit Dachau zu tun hat. Dachau ist ja tatsächlich nicht mit Hiddensee vergleichbar. Allerdings kann man auch in Dachau solche Oasen der Ruhe schaffen. Größere Autofreie Zonen, ob Fußgängerzone, Parks oder Autofreie Wohngebiete, die genau eine solche Wirkung auf die Menschen entfachen, wie auf Hiddensee. Und noch was - Flächen,  die nicht versiegelt sind, nützen dem Artenschutz.
Mehr Natur bringt mehr Wohlbefinden.

Das ist wie Urlaub, nur zuhause.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Dachauer Nachrichten: Dachauer CSU blamiert sich

Heute findet sich ein kurzer aber prägnanter Kommentar zum Fauxpax der CSU Dachau auf den Seiten der Dachauer Nachrichten.

Link: Dachauer CSU blamiert sich

Die Stadträte Florian Schiller, Peter Strauch und schließlich auch die Urheberin Julia Grote haben sich für den Post entschuldigt, was OB Hartmann auch akzeptiert hat.

Für uns ist die Sache damit in Ordnung und wir hoffen, dass auch das Bashing im Hintergrund ein Ende findet. Denn auch potientielle CSU-Wähler orientieren sich lieber an Inhalten.

Bündnis für Dachau - Internationaler Weltumwelttag

Der Internationale Weltumwelttag wurde am 5. Juni 1972 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen. Das offizielle Motto für 2019 lautet: "Insekten schützen - Vielfalt bewahren!". Als Anfang dieses Jahres in Bayern über das Volksbegehren "Rettet die Bienen!" abgestimmt wurde, haben wir uns als Unterstützer über das Ergbenis sehr gefreut: ca. 1,75 Millionen Wahlberechtigte stimmten dafür, dass bayerische Naturschutzgesetz zu ändern, sodass die Lebensräume der Insekten besser geschützt werden.

Wir sehen in Dachau und dem Landkreis noch mehr Potenzial Gutes für die Umwelt zu tun und freuen uns schon, es zusammen mit euch anzugehen!







Insbesondere dem Schutz des gesamten Dachauer Moos, muss in den kommenden Jahren noch viel mehr Bedeutung zukommen.

Dienstag, 4. Juni 2019

110 KV-Erdverkabelung beschlossen

Mit knapper Mehrheit von 8:7 Stimmen hat der Bauausschuss heute beschlossen, die 110kV Hochspannungsleitung entlang der Theodor-Heuss-Str. künftig als Erdkabel zu verlegen. Das wird nach Meinung von Fachleuten mindestens 3 Millionen Euro kosten. Durchgesetzt wurde diese Entscheidung von der CSU mit Hilfe von ÜB, FW Dachau und dem Bürger für Dachau. Wir hätten diesen Millionenbetrag lieber in andere Maßnahmen investiert. Das städtebauliche Argument der freien Sicht auf die Altstadt hat an diesem Standort angesichts der bereits bestehenden Bebauung - nun ja, sagen wir begrenzte Bedeutung.

Der Gutachter stellte in den Raum, dass das Verfahren selbst zwischen einem halben Jahr und 10 Jahren dauern kann, man habe das nicht in der Hand. Je nachdem, wie die Regierung von Oberbayern entscheidet und ob viele Einsprüche kommen. Technisch besteht die Gefahr, dass eine in diesem Gebiet verlaufende Hauptwasserleitung aus den fünfziger Jahren bei den Bauarbeiten beschädigt werden könnte. Dann würde nochmal eine erhebliche Schadenssumme das Projekt drastisch verteuern.

Montag, 3. Juni 2019

Druckwerkstatt: CSU-Alternative unerwünscht

In einem Antrag der CSU wird die Verwaltung aufgefordert alternative Standorte zum MD-Gelände zu suchen. Bündnis für Dachau Fraktionschefin Sabine Geißler stellt einen dazu Ergänzungsantrag. Erst einmal sollen die Verantwortlichen der KVD und der Druckwerkstatt gefragt werden ob das überhaupt gewünscht ist.

Die Verantwortlichen der Druckwerkstatt haben wiederholt den Wunsch geäußert, einen Platz im sog. Museumsforum auf dem MD-Gelände zu finden, idealerweise in der Nähe des schon bestehenden Papiermuseums.
Ein Umzug zum jetzigen oder einem baldigen Zeitpunkt wäre somit im Falle der Realisierung des Forums nur eine Zwischenlösung, die aus finanziellen wie auch logistischen Gründen (schwieriger Umzug der schweren Maschinen) wenig sinnvoll erscheint.

Daher sollte, bevor nach einem möglichen neuen Standort gesucht wird, das Gespräch mit der KVD gesucht werden.

Mit welcher Absicht die CSU Fraktion diesen Antrag gestellt hat, mag dahin gestellt bleiben.

Freitag, 31. Mai 2019

Die Aufstiegshilfe von der Thoma-Wiese zur Altstadt kommt, Stadt kauft Zieglerbräu

Lange waren wir zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber jetzt ist es offiziell: Die Stadt kauft das Zieglerbräu.
Die Wirtschaft bleibt, aber die restlichen Räume werden für die Rathauserweiterung genutzt.




Hier die offizielle Pressemitteilung

Stadt Dachau kauft Zieglerbräu für Rathauserweiterung

Die Stadt Dachau kauft den Zieglerbräu in der Konrad-Adenauer-Str. 8. Der Stadtrat hat am 21.05.2019 in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Anwesen zu erwerben. Der Kaufvertrag ist inzwischen ebenfalls unterzeichnet und notariell beurkundet. Mit dem Erwerb des direkt ans Rathaus anschließenden Gebäudes ist die dringend notwendige Erweiterung des Rathauses möglich. Bis zum Umbau wird die bisherige Eigentümerin Andrea Schneider die Gaststätte und das Hotel als Pächterin zusammen mit Ihrem Ehemann Jürgen Vötter weiterführen.

Die beengte Situation im Rathaus ist bekannt. In nahezu allen Bereichen der Verwaltung ergibt sich ein erheblicher Bedarf an Büro- und Arbeitsplatzflächen. Nicht zuletzt befinden sich gerade auch publikumsintensive Bereiche wie zum Beispiel das Bürgerbüro trotz des Umbaus 2018 an der absoluten Grenze des Erträglichen, sowohl für das Personal als auch für die Kunden. Eine Vielzahl von Büros wird bereits heute im Vergleich zur ursprünglich geplanten Nutzung doppelt besetzt. Eine Erweiterung des Rathauses ist daher dringend erforderlich. Diese hat gemäß einem Stadtratsbeschluss in der Altstadt zu erfolgen. Mit dem nun getätigten Erwerb des benachbarten Zieglerbräu kann die Erweiterung nun umgesetzt werden.

Für eine Nutzung als Rathaus müssen erhebliche Umbaumaßnahmen im Zieglerbräu vorgenommen werden. Diese bedürfen einer intensiven Planung von voraussichtlich zwei bis drei Jahren. Danach erfolgt der Umbau. Bis dahin wird Andrea Schneider sowohl die Gaststätte als auch das Hotel weiterbetreiben. Nach dem Umbau wird die Gaststätte wiedereröffnet, nicht aber das Hotel.

Oberbürgermeister Florian Hartmann ist mit der Entscheidung des Stadtrats zum Kauf des Zieglerbräu sehr zufrieden: „Es freut mich sehr, dass der Stadtrat dem Kauf des Zieglerbräu zugestimmt hat. Nun können wir die Rathauserweiterung an der idealen Stelle, nämlich direkt neben dem bestehenden Rathaus, planen. Mit dem Kauf konnten wir eine Aufsplitterung der Verwaltung auf mehrere Standorte verhindern.“ Ausdrücklich dankt OB Hartmann der bisherigen Eigentümerin Andrea Schneider. „Die Kaufverhandlungen verliefen sehr gut. Damit hat Frau Schneider ihrer Heimatstadt einen großen Dienst erwiesen.“
OB Hartmann weist außerdem darauf hin, dass mit dem Erwerb des Areals die seit vielen Jahren gewünschte Aufstiegshilfe zwischen Unterer Stadt und Altstadt ein Stück näher gerückt ist. „Das Grundstück ist hervorragend für eine Verbindung der Altstadt mit der Ludwig-Thoma-Wiese geeignet. Eine Aufstiegshilfe für die Bürgerinnen und Bürger ist jetzt nicht mehr nur ein Traum, sondern eine realistische Option.“

Dienstag, 28. Mai 2019

Antrag: Die Einführung von eScooter zusammen mit Fuß- und Radverkehr verträglich gestalten

Bündnis Stadtrat Bernhard Sturm
Wie zu erwarten war, hat der Bundesrat den Weg für ein Gesetzt zur Nutzung von eScooter und elektrisch betriebene Kleinstfahrzeuge frei gemacht. Die Bundesregierung wird in Kürze entsprechende Regelungen verabschieden. Etwa 25% der Deutschen wollen eScooter kaufen. eScooter Leihfirmen aber auch große Einzelhändler stehen schon in den Startlöchern, um die Mikrofahrzeuge unter die Leute zu bringen.

Es zeichnet sich folgende Situation ab.

  • eScooter dürfen und sollen denselben Verkehrsraum nutzen wie Fahrräder.
  • Sie sind also auf Fahrradwegen und Radfahrstreifen erlaubt.
  • Wenn keine Radwege vorhanden sind soll die Straße genutzt werden. 
  • Für reine Gehwege, auf denen eScooter erlaubt sein sollen, soll ein eigenes Zusatzschild werden.
Das Problem. In Dachau gibt es durch die in weiten Teilen zu geringe Breiten der Führungen im Seitenraum so gut wie keine benutzungspflichtigen Radwege gemäß den Regelwerken.

Dh. der Radverkehr findet vielfach auf Gehwegen, gekennzeichnet durch das Zeichen 239 Gehweg mit dem Zusatzzeichen Radfahrer frei oder auf durch Abmarkierungen gekennzeichnete Radwege ohne Benutzungpflicht statt.

Daher ist zu erwarten, dass die eScooter sowohl die für Radfahrer freigegebenen Bürgersteige, als auch die sog. sonstigen, nicht benutzungspflichtigen Radwege benutzen werden.

Das Bündnis für Dachau sieht es als dringend gegeben, Fußgänger, Radfahrer und potentielle eScooter Benutzer auf das Konfliktpotential auf den Bürgersteigen hinzuweisen. Weiter sehen wir es als vordringlich, zeitnah Maßnahmen für eine sichere Führung im Mischverkehr auf der Fahrbahn z.B. auf Schutzstreifen einzuleiten. Fahrradschutzstreifen sind ein durch eine unterbrochene Leitlinie und durch Fahrrad-Piktogrammen markierter Teil der Fahrbahn. 
Das Bündnis für Dachau stellt den Antrag:
  • Die Verwaltung prüft, welche Gehwege zukünftig mit dem Zusatzschild für eScooter ausgestattet werden können.
  • Es sollen auch Gehwege ermittelt werden, für die ein eScooter Verbot (z.B. an Schulwegen) nötig erscheint.
Für eine verträgliche Führung im Mischverkehr,
  • startet die Stadt eine Informationskampagne zur Benutzung der Fahrbahn durch Radfahrer und eScooter Nutzer. Den Autofahrern soll bewusst zu machen werden, dass sich Radfahrer und zukünftig auch eScooter auf der Fahrbahn im Mischverkehr bewegen werden.
  • Es sollen begleitend zu der Kampagne Schilder im Straßenraum mit dem Hinweis aufgestellt werden: "Radfahren und eScooter auf der Fahrbahn erlaubt".
Da bei fehlender Radwegen eScooter die Fahrbahn benutzen sollen, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Schutzstreifen, die für Radverkehr vorgesehen sind, benutzen.
Das Bündnis schlägt vor:
  • Schutzstreifen sollen zur besseren Wahrnehmbarkeit durchgängig rot markiert werden. 
  • Bestehende Markierungen und Radfurten sollten überprüft und gegebenenfalls nach markiert werden. 
  • Es soll geprüft werden, ob an Schutzstreifen generell absolute Parkverbote eingerichtet werden können. (Natürlich nicht an Stellen bei denen Schutzstreifen entlang von Parkbuchten führen).
  • Die Parküberwachung soll auf Verstöße durch „parkende Autos“ *) auf Schutzstreifen besonders achten und dies ahnden. 
Diese Maßnahmen können unseres Erachtens unabhängig zum derzeit laufenden Gesetzgebungsverfahren und der Entwicklung des Radkonzepts Dachau erfolgen. Die Maßnahmen betrachten wir als allgemeine Sicherheitsmaßnahmen für ein verträgliches Miteinander im Straßenverkehr.

*) Laut StVO sind Fahrradschutzstreifen ein Teil der Fahrbahn, somit ist halten erlaubt, parken jedoch nicht. Die StVO sagt, Zitat: „wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.“


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