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Mittwoch, 8. Januar 2020

NO-Umfahrung: Das Weidenkarmin ist stark gefährdet

Kurzportrait

- Das Weidenkarmin ist ein Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae)
- Flügelspannweite 72 bis 76 Millimeter!
- Die Vorderflügel sind grau mit einer schräg verlaufenden, schwarzgerandeten Querlinie. Die Hinterflügel sind

rot gefärbt mit einer breiten und einer schmäleren schwarzen Binde.
Schutzstatus: streng geschützt gem. BNatSchG,
Rote Liste Deutschland: 2 stark gefährdet



Quelle: LBV Dachau ©LBV Dachau


Das Weidenkarmin bildet nur eine Generation im Jahr und die Falter fliegen von Mitte Juli bis Ende September. Die Falter sind nachtaktiv und kommen selten an künstliche Lichtquellen. Sie saugen gerne an Baumsäften und gärendem Fallobst. Zur Flugzeit kann man sie manchmal an Hauswänden oder unter Dachgesimsen sehen wo Sie tagsüber ruhen. Die Raupen sind im Mai und Juni zu finden. Die Raupen fressen vor allem die Blätter von schmalblättrigen Weiden, wie Kopfweiden, Purpur-Weide (Salix purpurea) und Bruch-Weide (Salix fragilis), seltener auch Pappel. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Diese Art ist stark rückläufig und an Auwald bzw. Feuchtwaldbestände gebunden. In der Sulida entlang der Amper gibt es noch vereinzelt Nachweise dieser durch Größe und Färbung beindruckenden Schmetterlingsart. Mit dem Verlust des Lebensraumes durch Straßenbau und Waldrohdung verschwindet dieser Nachtfalter unwiederbringlich. In Teilen Deutschlands ist er bereits ausgestorben.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

NO-Umfahrung versus Artenvielfalt: Der Flussregenpfeifer

Artenportrait Sulida: Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)

Kurzportrait
- Körperlänge: 15 bis 18 cm groß und wiegt 25 bis 55 g
- gehört zur Familie der Regenpfeifer (Charadriidae)
- Aussehen: dunkler Schnabel und auffällig gelbe Augenring. Rücken ist braun und die Unterseite ist weiß gefärbt, die Beine sind braungelb gefärbt. Der vordere Teil des Kopfes ist schwarz-weiß gezeichnet. Er besitzt ein schwarzes „Halsband“. Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung.
- Brutzeit: Ende März bis Juli , Weibchen legt 4 Eier auf den offenen Boden mit etwas Nistaterial ausgekleidet
- Nahrung: Insekten aller Art - Käfer, Würmer, Schnecken, Spinnen etc.

Schutzstatus: streng geschützt gem. BNatSchG,
Rote Liste Bayern: Gefährdet

Der Flussregenpfeifer lebte ursprünglich auf Schlamm-, Sand-, Kiesbänken europäischer Flusssysteme. Aus Mangel an geeigneten Lebensräumen wurden immer mehr Baggerseen, Industriebrachen oder Kiesgruben zum Ausweichhabitat dieser Art. Im Winter von November bis Februar ist der Langstreckenzieher, im Mittelmeerraum und in Afrika anzutreffen. Zu den Überwinterungsquartieren zählt der Süden der Sahara bis zur Küste Westafrikas, Zaire, Tansania und Kenia. In der Sulida zwischen Dachau und Hebertshausen gibt es ca. 5 Brutpaare dieser seltenen Vogelart. Die offenen Kiesflächen nahe am Gewerbegebiet Dachau gehören zu seinem Bruthabitat. Die Trasse der geplanten Nord-Ost-Umfahrung wurde exakt durch diese Fläche geplant und würde diesem seltenen Vogel den Lebensraum nehmen.

Donnerstag, 28. November 2019

NO-Umfahrung: Der Grasfrosch lebt noch im Dachauer Bannwald

Artenportrait Sulida: Grasfrosch (Rana temporaria)

Kurzportrait
- Körperlänge: 6 bis 11 cm
- gehört zur Gattung der „echten Frösche“
- Grundfärbung in braun, gelb oder braunrot mit unregelmässigen schwarzen Flecken
- Unterseite in bronze- oder Kupfertönen
- beim Männchen weißlich-grau und meist ungefleckt, bei den Weibchen oft gelb und rötlich marmoriert
- Laichzeit: Ende Februar bis Ende März - Weibchen legt 700-4500 Eier in Laichballen
- Nahrung: Insekten aller Art - Käfer, Würmer, Schnecken, Spinnen etc.

Schutzstatus: streng geschützt gem. BNatSchG,
Rote Liste Bayern: Vorwarnstufe - Bestände stark rückläufig!!

Den Winter verbringen Grasfrösche in Kältestarre in möglichst frostsicheren Verstecken oder im Schlamm. Tagsüber vesteckt sich der Grasfrosch gerne in Totholzhaufen und Erdlöchern. Die Art ist zur Laichzeit tagaktiv, ansonsten überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Bei feuchtwarmer Witterung oder nach Regenfällen geht er auch tagsüber auf Nahrungssuche. Auf dem Weg zu Ihren angestammten Laichgewässern fallen viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. An der Amper zwischen Dachau und Hebertshausen kann man immer wieder Grasfrösche beobachten, besonders der Bannwald in der Sulida mit seinen nahegelegenen Kleingewässern bildet hier seinen Lebensraum. Der Neubau einer Straße in diesem Bereich und das damit erhöhte Verkehrsaufkommen würden die bereits bedrohten Bestände vernichten.


1QUELLE: LBV DACHAU ©LBV DACHAU

Mittwoch, 20. November 2019

Streng geschützer Echter Seidelbast auf der Trasse der NO-Umfahrung

Artenportrait Sulida: Echter Seidelbast (Daphne mezereum)


- Der Echte Seidelbast (Daphne mezereum), auch Echt-Seidelbast, Gewöhnlicher Seidelbast oder Kellerhals genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidelbast
- Er wächst als kleiner, wenig verzweigter, aufrechter bis aufsteigender, sommergrüner Strauch
- Der Seidelbast blüht schon im Vorfrühling mit stark duftenden, lila Blüten und bildet im Herbst knallrote, giftige Beeren aus.
- Er ist ein typischer Begleiter von Buchen-und Eichenmischwäldern im Auwald-Bereich und deshalb auch regional nur begrenzt vorkommend.
- Schutzstatus: Streng geschützt nach Bundesartenschutzverordnung



-Quelle:LBVDachau ©LBV Dachau

Der Echte Seidelbast ist im Landkreis – soweit bekannt – nur auf die Auwald-Flächen entlang der Amper beschränkt. Hier besonders entlang der Amper. Im Eichenmischwald der Sulida bis Ampermoching ist er noch regelmäßig anzutreffen, allerdings nur beschränkt auf die Abschnitte mit hohem, lichtem Laubholzanteil. Auf Störungen wie starken Holzeinschlag, Aufforstung mit Nadelholz und Austrocknen reagiert er empfindlich und verschwindet in kurzer Zeit.

Mittwoch, 30. Oktober 2019

NO-Umfahrung versus Schwertlilie

Artenportrait Sulida: Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)

- Die Sibirische Schwertlilie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120 Zentimeter erreicht.
- Die Blütenstände enthalten zwei bis fünf blaue Blüten
- Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni
- Am 22.Oktober 2009 wurde die Sibirische Schwertlilie zur Blume des Jahres 2010 gewählt
- Die Art wächst auf kalkhaltigen, feuchtnassen Böden, Sumpfwiesen, in Gräben und auf feuchten Waldlichtungen



Die Sibirische Schwertlilie zählt zu den geschützten Wildpflanzen und kommt nur noch selten vor. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als stark gefährdet geführt (RL 2), in Bayern ist sie gefährdet (RL 3).

Im Gebiet entlang der Amper zwischen Dachau und Haimhausen an einigen wenigen Stellen vorkommend, ist sie wie verschiedene geschützte Orchideenarten oder andere auf Feuchtgebiete angewiesene Pflanzenarten und Gesellschaften unmittelbar vom zunehmenden Flächenfraß durch Baumaßnahmen wie die geplanten Straßenprojekte –speziell in den naturnahen Restflächen nordöstlich von Dachau - massiv gefährdet.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

NO-Umfahrung: Die Waldohreule in Gefahr

Artenportrait Sulida: Waldohreule (Asio otus)

Kurzportrait
- Körperlänge: 35-38cm
- Flügelspannweite: 90-100cm
- Gewicht: 220 – 435g (Weibchen größer als Männchen)
- Auffällige Federohren, ähnlich Uhu aber viel kleiner. Oft ruhig und versteckt sitzen in der Vegatition, z.T. wenig Scheu vor Menschen.
- Brut: Baut keine eigenen Nester, übernimmt Nester anderer Vögel (z.B. Elster, Krähen, Greifvögel). 5-7 Eier, Brutzeit 26-28 Tage, Jungvögel verlassen mit ca 21 Tagen noch bevor voll flugfähig. Mit ca. 35 Tagen
flugfähig.

Schutzstatus: streng geschützt gem. BNatSchG

Die Waldohreule sieht auf den ersten Blick dem Uhu ähnlich, ist aber schlanker und viel kleiner. Tatsächlich werden Waldohreulen immer wieder Beute des Uhus. Zur Jagd bevorzugt sie offene Flächen wie Wiesen oder Waldlichtungen, brütet aber in Hecken, Gehölzen oder Wäldern. Gerade die Waldrandstruktur in der Sulida mit Ihren angrenzenden Freiflächen ins Dachauer Moos bilden ein ideales Jagdrevier für diese dort vorkommende Eulenart. Wichtigste Beutetiere sind hier Wühlmäuse aber gelegentlich auch andere Vögel.

Nachts werden Eulen häufig Opfer des Straßenverkehrs wenn sie dicht über dem Boden nach Beute jagen. Insbesondere bei neu angelegten Straßen in Eulenrevieren ist mit erhöhten Opferzahlen zu rechnen.

QUELLE: LBV DACHAU © LBV DACHAU

Mittwoch, 18. September 2019

Die Nord-Ost-Umfahrung gefährdet den Kleinspecht (Rote Liste)

Kurzportrait

- Körperlänge: 14-16cm
- Flügelspannweite: 25-27cm
- Gewicht: 18-22g
- Aussehen ähnlich Buntspecht aber viel kleiner, mehr Weiß am Rücken
- Männchen mit Rot am Scheitel, Weibchen ohne
- Brut: Meist 5-6 Eier, Brutzeit 10-12 Tage, Nestlingszeit: 18-21 Tage.

Schutzstatus: streng geschützt gem. BNatSchG
Vorwarnstufe der Roten Liste Deutschland

Der Kleinspecht ist der kleinste Specht Europas und nur etwa so groß wie eine Kohlmeise. Er lebt eher heimlich und ist am besten im Frühjahr vor der Brutzeit durch seine lauten Rufe festzustellen.

Der Kleinspecht meidet Fichtenwälder und bevorzugt weiche Laubhölzer wie Weiden oder Papplen. Wie alle Spechte profitiert er vom Totholz und den dort vorhandenen Insekten. Insekten stellen das ganze Jahr über die wichtigste Nahrung dar. Auch im Winter findet er in dem toten Holz Larven von holzbewohnenden Insekten. Für die Jungenaufzucht spielen Blattläuse eine wichtige Rolle.

Der Kleinspecht ist eine seltene aber regelmäßig vorkommende Art in den Auwäldern und Baumgruppen entlang geplanten Nord-Ost-Umfahrung. Der Schutz der Auwälder und die Förderung von Totholz sind unabdingbar um diese Art bei uns zu erhalten.

1Quelle: LBV Dachau © adobestock.com, zveroboy57

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