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Samstag, 30. Januar 2021

Bündnis im Stadtrat - Antrag zum Radverkehrs-Sonderprogramm "Stadt und Land"

Das Bündnis für Dachau hat seit vielen Jahren die Erstellung eines Radverkehrskonzepts für Dachau vorangetrieben und aktiv begleitet. Mit dem jetzt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 aufgesetzten Sonderprogramm "Stadt und Land" bietet sich die Chance unser Dachauer Radverkehrskonzept wesentlich voranzubringen. Diese Chance einer 75 % Förderung muss unserer Meinung nach ergriffen werden.

„Der Bund unterstützt die Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände …. bei dem Aufbau eines sicheren, in lückenlosen Netzen geplanten und mit geringen Verlustzeiten nutzbaren Radverkehrssystems. Ein solches trägt zu einer nachhaltigen und umweltschonenden Mobilität bei, aggregiert Quelle-Ziel-Verkehre, vermeidet Staus und verflüssigt den Verkehr insgesamt. Ziel ist es weiter, dabei sowohl in urbanen als auch in ländlichen Räumen das Fahrradfahren sicherer und attraktiver für die Radfahrenden zu gestalten und einen Umstieg vom Kfz auf das Fahrrad zu erreichen.“

Mit diesem Wortlaut in der Präambel der Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern wurde am 25.01.2021 das neue Förderprogramm „Stadt und Land“ auf der Seite des Bundesamts für Güterverkehr BAG- Förderprogramme - Sonderprogramm "Stadt und Land"  veröffentlicht. Das Förderprogramm verspricht sehr hohe Förderquoten von bis zu 80 % bei Maßnahmen, die bis Ende 2021 abgeschlossen sind, und bis zu 75 % für Maßnahmen, die bis Ende 2023 abgeschlossen sind. 

Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden 

Antrag: 

Die Stadt Dachau prüft, welche Radverkehrsmaßnahmen im Zeitrahmen bis Ende 2021 und bis Ende 2023 abgeschlossen werden können und legt diese Liste mit entsprechenden Kostenschätzungen dem Stadtrat zur Beratung vor. 

Begründung: 

Wie in der Präambel zum neuen Sonderprogramm „Stadt und Land“ bereits ausgeführt und damit von Bund und Ländern bestätigt wird, trägt der Radverkehr maßgeblich zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in Stadt und Land bei. Andererseits wurden wegen der schwierigen Finanzlage der Stadt Dachau viele Radverkehrsprojekte zurückgestellt (z.B. Überführung Schleißheimer Str., Ausbau Brucker Str., Ausbau Gewerbegebiet Dachau-Ost) oder gar nicht erst gestartet (z.B. Mittermayer Str., Schiller Str.).

Das neue Förderprogramm ändert allerdings die Ausgangslage. Wegen der sehr hohen Förderquote von 80% ist zu überlegen trotz angespannter Finanzlage diese Investitionen vorzuziehen. Das Förderprogramm wird nicht verlängert oder wiederholt. Langfristig kann also dieses Förderprogramm die Finanzlage der Stadt Dachau erheblich entlasten.

Im Übrigen zahlt sich hinsichtlich dieses Förderprogramms die Erstellung unseres umfangreichen Radverkehrskonzepts für die Stadt Dachau aus, da dieses Radverkehrskonzept nun  Fördervoraussetzung für dieses attraktive Sonderprogramm ist.

Samstag, 19. Dezember 2020

Mit Vollgas unterwegs auf dem Holzweg

Der Landkreis Dachau ist weiter mit Vollgas unterwegs auf dem Holzweg. Beim Verkehr, Natur, Klima und gegenüber der Menschen, die den Lärm und Dreck aushalten müssen.Dass sich der Name „Holzweg“ als Name für die  Verbindungsstraße zwischen Altomünster und der Staatsstraße 2047 etabliert hat Symbolkraft. Obwohl es sich ja "nur" um eine, verniedlicht bezeichnet, Ortsverbindungsstraße handelt, so zeigt es wie kaum ein Straßenbauprojekt der jüngeren Zeit im Landkreis knallhart den "Holzweg" auf, auf dem sich die Verkehrspolitik befindet.

Mehr Straßen - mehr Autos. So einfach - so schlecht

Landauf, landab finden sich tausendfach Bestätigung, dass neue Straßen nahezu immer zusätzlichen Verkehr erzeugen. Die Fachleute sprechen von „induzierten Verkehr“. Trotz aller fachlichen Erkenntnis werden die Verkehrsgutachten immer noch so geschrieben, dass der Neubau alternativlos erscheint. Die Straße muss her, auf Teufel komm raus. Auch beim Holzweg Gutachten kommt die absurde Bedarfs-Argumentation. Die Straße hätte seine Berechtigung weil ja dann soundso viel Autos und LKWs die Straße benutzen würden. Das Argument ist genauso abstrus, wie zu sagen: ein zusätzliches Loch im Gürtel ist notwendig, weil man viel isst.
 

Wie tief diese autozentrische Haltung verwurzelt ist, zeigt auch die Aussage der Richterin im Vorfeld des jetzt ergangenen Urteils. Auch sie führt das unsägliche Argument des „bestehenden Bedarfs“ auf. Der einzige Bedarf, den wir heutzutage in der Verkehrsplanung noch haben, ist der Bedarf zu überlegen, wie wir Verkehr effizienter, Ressourcen schonender und klimaverträglicher machen können. Dass diese Erkenntnis trotz gebetsmühlenartigen Wiederholens bei der Kommunalpolitik noch nicht angekommen ist, geschenkt. Dass aber ein Gericht nach wie vor diese verkehrserzeugende Haltung teilt ist deprimierend. 

Was muss eigentlich noch passieren, bis Entscheidungsträger verstehen, (ja, auch eine Gemeinderat ist damit gemeint) was es bedeutet die Klimaziele erreichen zu können. Genau diese Ziele die wir uns alle durch demokratische Entscheidung gesteckt haben. Am Freitag den 11. Dezember hat die Europäische Union nach 21 Stunden Verhandlung das Klimaziel nochmal verschärft. Der Verkehrssektor muss bis 2030, also in den nächsten 10 Jahren, den Ausstoß von Klimagasen um mindestens 46% reduzieren. Ganz konkret und ganz einfach. Jede Straße die neu gebaut wird und dazu beiträgt mehr Verkehr entstehen zu lassen (was so gut wie jede neue Straße tut), macht ein Erreichen des Klimaziels noch schwieriger. 

Es ist ein Trugschluss zu glauben, eine Straße im Dachauer Hinterland hätte nichts mit Klimaschutz zu tun, falsch. 

Jedes Auto, jeder LKW der durch diese Straße zusätzlich fährt sind weitere Tonnen CO2 die wieder eingespart werden müssen. OK, die Straße wird nun gebaut. Die Autozentriker jubeln. Der Landkreis Dachau ist mit Vollgas weiter unterwegs auf dem Holzweg. Beim Verkehr, Natur, Klima und gegenüber der Menschen, die den Lärm und Dreck aushalten müssen.

Seit 1990 im Sektor Verkehr kaum nenneswerte CO2 Reduktion.
Mit jedem Monat wird es schwerer die selbst gesetzten Ziel zu erreichen.


 

Mittwoch, 16. September 2020

Bündnis stimmt CSU Antrag zu - Einbahnstraßenregelung in der Altstadt kommt!



Noch in der vergangenen Legislaturperiode hat die CSU einen Antrag zur Prüfung von Einbahnstraßenregelungen eingereicht. Ziel wäre gewesen, dass Knotenpunkte aufgelöst werden könnten und der Autoverkehr besser fließt, gleichzeitig dazu Radwege entlang dieser Straßen angelegt werden könnten und noch dazu keine Parkplätze geopfert werden müssten.

Wie sich in der Verwaltungsvorlage zeigte, ist dieses Ansinnen nicht einfach so umzusetzen. Die Querschnitte der untersuchten Straßen reichen dafür schlicht nicht aus. Positiv werden lediglich zwei Abschnitte in der Dachauer Altstadt gesehen. Einmal der Abschnitt zwischen Jocherstraße und Klosterstraße sowie die innere Brucker Str. Sowohl die Stadtwerke als auch die Polizei begrüßen beide Maßnahmen.

Folgerichtig werden also auf  Initiative der CSU diese beiden Einbahnstraßen weiter verfolgt und baldmöglichst eingerichtet. Vielen Dank dafür an die CSU!

Donnerstag, 3. September 2020

Ist Dachau fahrradfreundlicher geworden? - Jetzt beim ADFC Fahrradklimatest mitmachen!


Dachau hat im letzten Jahr ein Radverkehrskonzept beschlossen. An verschiedenen Stellen (Äußere Brucker Straße, Bahnhofstraße, Münchner Str.) wurden Radschutzstreifen eingerichtet und weitere Stellen sind in Planung oder in Bau. Dachau hat auch eines der größten Radlparkhäuser in der Region, dass schon  des Öfteren von anderen Kommunen besichtigt wurde. 

Doch wie sieht es mit dem Radfahrklima in Dachau tatsächlich aus? Der ADFC Fahrradklimatest will es genau wissen.  Ab sofort ist wieder die Radfahrersicht gefragt - beim ADFC Fahrradklimatest kann jeder mitmachen, egal ob ADFC Mitglied oder nicht, ob Gelegenheitsradler oder Berufspendler. Hier gehts direkt zur Umfrage.

Das Bündnis wird sich auf jeden Fall weiter für eine bessere Radinfrastruktur einsetzen. Dachau braucht (neben der weiteren Ausweitung des ÖPNV insbesondere mit einem Rufbussystem):

  • eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums zwischen Fuß-, Rad- und Autoverkehr
  • mehr durchgängige Radverkehrsverbindungen
  • mehr Radabstellanlagen
  • eine neue Stellplatzsatzung mit weniger Auto- und mehr Fahrradstellplätzen
Denn: mehr als 70 % aller zurückgelegten Wege in Dachau sind unter 2 km. Es braucht eine gewaltige Anstrengung, um diese Fahrten für das Fahrrad attraktiv zu gestalten. Wenn das gelingt, bleibt auch genügend Raum für die, die auf Ihr Auto angewiesen sind. Das letztes Jahr beschlossene Radverkehrskonzept, kann den Weg in die Zukunft weisen.

Sonntag, 5. Juli 2020

Stadtradeln 2020 - alle Radler haben gewonnen!

Stadtradeln gewinnt - von Jahr zu Jahr mehr Mitradelnde, mehr gemeinsam gestrampelte km, mehr Aufmerksamkeit und zuletzt auch eine bessere Infrastruktur für Alle, die mit dem Rad unterwegs sind. Und schließlich auch mehr Platz für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind.


Wir gratulieren ganz herzlich dem diesjährigen Siegerteam von forice89! Mit über 30.000 km habt Ihr eine überragende Leistung gezeigt und ein Zeichen für bessere Radfahrbedingungen in Stadt und Landkreis gesetzt. Danke dafür!

Auch das Bündnis Team hat sich gegenüber 2019 weiter steigern können. Mit über 21.000 km sind wir noch mehr geradelt und mit 62 Radlern hatten wir noch mehr Teilnehmer! Herzlichen Dank an alle, die mit gemacht haben - wir hatten wieder riesigen Spaß! Übrigens könnt Ihr noch bis nächsten Samstag Eure vom 14.06. bis 04.07. geradelten km nachtragen.

Alle Stadtradler zusammen haben wieder einmal gezeigt, dass das Fahrrad ein immer wichtigerer Faktor für eine zukunftsfähige Mobilität in unserer Stadt ist.

Das ist für uns weiterhin ein Ansporn, uns für eine radlfreundliche und lebenswerte Stadt Dachau einzusetzen - versprochen!

Mittwoch, 27. Mai 2020

Bündnis im Stadtrat - Die Seilbahn für Dachau ist eine Runde weiter

Im heutigen Umweltausschuss ging es gleich um vier Bündnis Anträge. Umso spannender waren für uns die Ergebnisse.

Zunächst ging es um die vom Bündnis initiierte Schadstoffmessung an vielbefahrenen Dachauer Straßen. Erfreulich ist, dass die geltenden Grenzwerte nicht überschritten wurden. Allerdings sind die gemessenen Werte nach Meinung verschiedener Wissenschaftler auch nicht unbedenklich. Es gilt also weiterhin die Schadstoffbelastung weiter zu senken.



Dazu benötigen wir dringend die Verkehrswende und mehr Grün in der Stadt. Den 10-Minutentakt für den Busverkehr haben wir bereits auf den Weg gebracht. Heute haben wir den Ausbau der barrierefreien Haltestellen in der Altstadt beschlossen - eine wichtige Voraussetzung für den 10-Minutentakt. Eine weitere Möglichkeit den ÖPNV zu stärken ist die vom Bündnis ins Spiel gebrachte Seilbahnanbindung an den Münchner Norden. Die heute vorgestellte Machbarkeitsstudie sieht ein solches Vorhaben sehr positiv. Über 24.000 Einwohner könnten von einer solchen Einrichtung profitieren. Jetzt sollen Gespräche mit Karlsfeld und München das Projekt weiter voranbringen. Eine Realisierung dieser Seilbahnverbindung wäre für Dachau, aber sicherlich auch für Karlsfeld, ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des ÖPNV.

Eine schnelle Umsetzung von Fahrradstraßen wurde zunächst vertagt, um weitere Einzelheiten zu klären. Wir bleiben da natürlich dran und hoffen, dass demnächst einige Fahrradstraßen in Dachau ausgewiesen werden können.

Die Liegnitzer Straße in Dachau-Ost ist im Moment noch ein Hitzepol in Dachau. Etwas Besserung versprechen hier acht neu gepflanzte Bäume, die auf Anregung des Bündnis entlang der Straße platziert werden sollen. Diesem Vorschlag wurde zugestimmt und wir werden uns weiter für ein noch grüneres Dachau einsetzen! 

Weniger Emissionen - in dem Fall Lärm - soll eine Lärmschutzwand kombiniert mit PV Zellen entlang der B471 bringen. Die generelle Idee: eine Solare Lärmschutzwand kann sich zu einem erheblichen Teil selbst finanzieren. Die Stadt wird nun die Idee an das Straßenbauamt in Freising weiter geben. Die Chancen für eine Realisierung sind nicht hoch aber wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Und schlussendlich wird es bis zum Jahresende Radlspuren an der äußeren Schleißheimer Straße geben. Damit werden die ersten Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept der Stadt Dachau auch wirklich umgesetzt. Wir wollen Schritt für Schritt - auch mit den zuvor erwähnten Fahrradstraßen - das Angebot für Radfahrer wesentlich verbessern. Davon profitieren auch die, die aufs Auto angewiesen sind.




Samstag, 14. September 2019

Bündnis für Dachau: In die Zukunft investieren - Mit Repowering Gewerbegebiete neu gestalten!

In der Windkraftbranche wird der Begriff „Repowering“ für den Austausch von weniger effizienten Anlagen mit Anlagen höherer Wirkungsgrade am gleichen Standort verwendet. Eine ähnliche Vorgehensweise ist nach Meinung des Bündnis für Dachau für das Gewerbegebiet Dachau-Ost erforderlich. 
Parkplatzwüste statt Gewerbesteuereinnahmen - Realität im Gewerbegebiet Dachau-Ost

Das Gewerbegebiet Dachau-Ost wurde ursprünglich als reines Gewerbegebiet geplant. Im Laufe der Zeit wurden allerdings große Flächen als Sondergebiet für den Handel mit entsprechend großen Parkplatzflächen umgewandelt. Dies hatte negative Folgen für den Handel in der Innenstadt und beeinträchtigt das mögliche Gewerbesteuerpotential.

Angesichts relativ niedriger Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Dachau und der zunehmend knappen Flächen für Gewerbeneuansiedlungen im Stadtgebiet stellt das Bündnis für Dachau folgenden

Antrag
Die Stadt Dachau erstellt ein Konzept zur gezielten Nachverdichtung im Gewerbegebiet Dachau-Ost. Es sollte demnach ausschließlich für produzierendes Gewerbe erhöhtes Baurecht geschaffen werden. Notwendige Stellplätze werden in die Baukörper integriert, aber nicht zur Geschossflächenzahl hinzugezählt. Die erarbeitete Konzeption wird in einem neuen Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Dachau-Ost umgesetzt.

Begründung:
Eine Nachverdichtung könnte einen entscheidenden Anreiz für Investoren bieten, bestehende Handelsflächen wieder in Gewerbeflächen umzuwandeln. Die vorhandenen Flächen können dadurch vor allem flächeneffizienter und energiesparender eingesetzt werden. Schlussendlich bietet sich dadurch die Möglichkeit, ohne weitere Flächenversiegelung höhere Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen

Die gezielte Nachverdichtung ausschließlich für produzierendes Gewerbe schafft Anreize, Handelsflächen wieder in die Innenstadt zu verlegen. Dadurch wird die Innenstadt gestärkt und insbesondere unnötige Verkehrswege reduziert. Wohnen, Arbeiten und Einkaufen rücken wieder näher zusammen.

Durch gezielte Wirtschaftsförderung besteht so die Chance Gewerbe aus Zukunftsbranchen anzusiedeln und hochwertige Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Für das Gewerbegebiet Dachau-Ost ist außerdem ein Modernisierungsimpuls dringend erforderlich. Moderne Unternehmen haben andere Bedürfnisse als es vor Jahrzehnten der Fall war. Es ist offensichtlich, dass das Gebiet zukunftsfähig gemacht und in Teilen neu strukturiert werden muss.

Es werden vermehrt wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen, womit unnötige Pendelverkehre reduziert werden und das Verkehrssystem insgesamt entlastet wird.

Mittwoch, 11. September 2019

Straßenausbaupläne im Landkreis Dachau - Ein Sammelsurium von Widersprüchen

Den "großen Wurf" sollte man machen, sagt Landrat Löwl. Andererseits sollte nichts ohne die Zustimmung der einzelnen Gemeinden passieren. Alleine diese beiden Aussagen schließen sich schon mal gegenseitig aus. Warum man dann noch viel mehr Flächenverbrauch für Straßen fordert, erschließt sich uns nicht! Aber lesen Sie selbst: SZ vom 10.09.2019 und Dachauer Nachrichten vom 11.09.2019


Mehr Straßen, mehr Verkehr: täglicher Stau auf der B471, obwohl es die A99 gibt

Der Landkreis hat ein großangelegtes Gutachten über die gesammelten Straßenausbauwünsche aus den vergangenen Jahren anfertigen lassen. Die Ergebnisse sind teilweise durchaus aufschlussreich. Generell ist zu sagen, dass meist keine Verbesserung eintritt bzw. jede einzelne Verbesserung für einen einzelnen Ort eine Verschlechterung für einen anderen Ort bringt. Wirkliche Verbesserungen schaffen eigentlich nur komplett neue Straßentrassen, die auf die bestehenden überörtlichen Bundes- und Autobahnen führen. Diese sind allerdings jetzt schon überlastet. Der Verkehr aus dem Landkreis wird somit dann wohl schneller in den Stau führen. Außerdem lehnen verschiedene Gemeinden genau solche Trassen kategorisch ab.

Das gravierendste Beispiel ist wohl die Westumfahrung von Dachau mit Auffahrtsrampe zur B471, die tatsächlich 46 % Entlastung für Dachau brächte. Diese vom Dachauer OB ins Spiel gebrachte Option wird aber von der Gemeinde Bergkirchen entschieden abgelehnt und offensichtlich vom Landrat nicht weiter verfolgt. Statt diesem "großen Wurf" wird weiter auf eine Nord-Ost-Umfahrung gesetzt, deren Wirkung gleich Null ist.

Ja, wir brauchen den großen Wurf. Ein großer Wurf bedeutet unserer Meinung aber  eine effiziente Nutzung der bestehenden Infrastruktur und nicht noch mehr Flächenversiegelung und Zerstörung von Kultur- und Naturlandschaften. Durch den massiven Ausbau des ÖPNV und des Radverkehrs können die entsprechenden Entlastungen für das bestehende Straßennetz geschaffen werden, um denen die auf das Auto angewiesen sind genügend Platz zur Verfügung zu stellen!

Die Expertenmeinung in der Fachwelt ist jedenfalls eindeutig: mehr Straßen bringen mehr Verkehr. Wie der Landrat zum gegenteiligen Schluss kommt, bleibt sein Geheimnis.


Freitag, 19. Juli 2019

Strauch gestrauchelt - Vernunft setzt sich durch!

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss behandelte am 18.07.2019 die Planungen  am Ostausgang des Dachauer Bahnhofs. Auf dem Gelände der noch bestehenden Kleingartenanlage soll ein Kino und ein Parkhaus entstehen. Die Erschließung sollte über die Schleißheimer Str. erfolgen.

Stadtrat Michael Eisenmann steht für eine maßvolle Entwicklung östlich des Bahnhofs


Die CSU hatte dazu im Vorfeld ein monströses Parkhaus mit 600 Stellplätzen und einer Wandhöhe von 17,5 Metern gefordert. Die Zufahrt hätte nach dem Willen der CSU eingehaust werden sollen. Vorweg: beides ist vom Tisch! Das Bündnis hatte diese Überlegungen von Anfang an als nicht bezahlbar und verkehrsplanerisch kontraproduktiv kritisiert. Eine Allianz der Vernünftigen setzte sich letztendlich gegen die CSU durch!
Im Sitzungsverlauf zeigte sich dann die ganze Orientierungslosigkeit der Dachauer CSU. Die negativen Ergebnisse eines Verkehrsgutachtens zur Machbarkeit eines 600 Stellplatz-Parkhaus wurden als nicht ausreichend bezeichnet. Um die 600 Stellplätze zu erhalten, hätte die CSU sogar ein Linksabbiege-Verbot zur Friedensstraße in Kauf genommen. Nachdem in der Diskussion klar wurde, dass die Forderungen der CSU nicht haltbar sind, wurde auf Verzögerungstaktik umgeschwenkt. Entscheidungen sollten vertagt werden. Sogar die Ansiedlung des Dachauer Kinos direkt an den Bahnhof wurde in Frage gestellt - Wirtschaftsförderung sieht unserem Erachten anders aus.

Bündnis kritisiert CSU Forderungen als nicht bezahlbar und unrealistisch

Die Mehrheit im UVA hat sich aber von den durchsichtigen Frühwahlkampf-Aktivitäten, den schwachen Argumenten und dem Rumgeeiere der CSU nicht beeindrucken lassen. Ein Antrag auf Vertagung wurde abgelehnt und stattdessen beschlossen die Planungen mit einem reduziertem Platzangebot (abhängig von den möglichen Verkehrszahlen) für ein Parkhaus fortzuführen.

Stadtrat Michael Eisenmann vom Bündnis ging auch auf die Anwohnerkritik zur Verschattung ein. Durch die Reduzierung der Parkhausgröße werden die Bauhöhen auf ein vernünftiges Maß reduziert. Die Zufahrt erhält statt einer überdimensionierten Einhausung eine simple und ausreichende Lärmschutzwand. Das Bündnis hat sich zusammen mit SPD, Grünen und ÜB hier durchgesetzt.

Vernünftige Planungen vorantreiben. So sieht verantwortungsvolle Politik aus!



Dazu auch

Dachauer SZ vom 20.07.2019: Parken am Bahnhof in Dachau - Eine Nummer kleiner

Donnerstag, 18. Juli 2019

Bündnis für Dachau informiert - Radverkehrskonzept für Dachau beschlossen!

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss hat heute eine wegweisende Entscheidung für die zukünftige Verkehrsentwicklung in der Stadt Dachau getroffen. Einstimmig wurde das neue Radverkehrskonzept für die Stadt Dachau gebilligt und damit der Weg frei gemacht, zielgerichtet den Radverkehr in der Stadt zu stärken.

Welches Potenzial der Radverkehr in der Stadt hat, kann man an den nackten Zahlen ablesen. Ca. 70 % aller Wege, die in der Stadt zurückgelegt werden, betragen unter 2 km. Solche Distanzen können am einfachsten und schnellsten per Fahrrad zurückgelegt werden. Jetzt kommt es darauf an die Radverkehrsinfrastruktur so auszubauen, dass dieses Potenzial auch gehoben wird. Denn eines ist klar: Jede Strecke, die mit dem Rad gefahren wird, bedeutet weniger Stau für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind.

Allerdings ist die Verabschiedung des neuen Radverkehrskonzept nur ein erster Schritt für eine wirksame Förderung des Radverkehrs. Eine entscheidende Bedeutung wird zukünftig das bereit gestellte Haushaltsbudget für den Radwegeausbau haben. In einer Veröffentlichung von Greenpeace (https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/mobilitaet-expertise-verkehrssicherheit.pdf) fordert der ADFC ein Budget von 30 EUR / Einwohner / Jahr für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Greenpeace fordert sogar über 100 EUR / Einwohner / Jahr, um in absehbarer Zeit auf ein vergleichbares Niveau wie Kopenhagen zu kommen.

Mehr Radverkehr bringt weniger Stau, mehr Klimaschutz, mehr Umsatz für Geschäfte in der Innenstadt, mehr Lebensqualität für die Bewohner und weniger Fahrradunfälle (siehe Grafik unten) insgesamt. Dafür ist jeder EURO sehr gut angelegt.



Der Merkur nimmt das Thema Finanzierung für Radlinfrastruktur auf: https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachau-ort28553/dachau-stadt-beschliesst-radverkehrskonzept-12859203.html

Dienstag, 9. April 2019

Radfahrklima in Dachau - Viel Luft nach oben beim ADFC Fahrradklimatest!

beim jüngsten Fahrradklima Test des ADFC ist Dachau in der Ortsklasse von 20.000 - 50.000 Einwohner im hinteren Mittelfeld gelandet. Mit der Gesamtnote 3,96 wurde der 178. Platz von 311 erreicht. Die Ergebnisse im Einzelnen können hier eingesehen werden: ADFC Fahrradklimatest
Im Bild: Fahrradangebotsstreifen Münchner Straße
In Dachau wird vor Allem die Qualität der Fahrradwege (Oberflächen, Breite, Verkehrsführung) und die Abwesenheit von Leihrädern als schlecht empfunden. Positiv wahrgenommen werden dagegen die jüngsten Anstrengungen bei der Förderung des Radverkehrs. Derzeit wird das Radverkehrskonzept für die Stadt Dachau erarbeitet. Angesichts der Ergebnisse ist es dringend geboten, dass dieses Konzept in den nächsten Jahren konsequent umgesetzt wird.

Erst in unserer jüngsten Informationsveranstaltung "Mobilität neu denken" wurde angesichts der Tatsache, dass ca. 70 % aller Fahrten innerhalb Dachaus weniger als 2 km betragen, das Radfahren als Basismobilität der Zukunft eingefordert. Wenn wir das schaffen, gibt's auch keine Staus mehr auf Dachaus Straßen. Das Bündnis bleibt hier jedenfalls dran!

Freitag, 5. April 2019

Bündnis für Dachau - Mobilität neu denken!

Unter dem Motto "Mobilität neu denken" hat das Bündnis am 04.04.2019 im Ludwig-Thoma-Haus eine höchst spannende Informationsveranstaltung abgehalten. Mit den drei Referenten Herrn Prof. Dr. Sven Kesselring (Mobilitätsforscher, Hochschule Nürtingen-Geislingen), Rauno Andreas Fuchs (Green City Experience) und Günter Troy (Doppelmayr Seilbahnen) waren gleich drei ausgewiesene Verkehrsexperten auf dem Podium, die die 3 Stunden geballte Information sehr kurzweilig erscheinen ließen.

Abschlussdiskussion unter Moderation von Margot Heinze-Ehrlich


Sven Kesselring spannte den großen Bogen und berichtete davon, dass sich das Mobilitätsverhalten im Moment gerade bei der Jugend massiv verändert und anders als früher das eigene Auto immer unwichtiger wird. Gerade in den Städten schafft das Auto auch keine bessere Mobilität sondern nur noch mehr Verkehr und warb angesichts des unverhältnismäßig hohem Platzbedarf für den Autoverkehr für mehr Gleichberechtigung im öffentlichen Raum. Insbesondere appellierte er an die Politik Mobilität mehr nach den Bedürfnissen der Menschen als nach rein technischen Maßgaben zu planen. Dazu gabs eine Filmempfehlung:  The Human Scale 
https://www.youtube.com/watch?v=WKIGCapTwOk

Rauno Andreas Fuchs berichtete aus der Praxis der Verkehrsplanung und übertrug diese Erkenntnisse auf die örtlichen Gegebenheiten im Münchener Norden und Dachau. Klar wurde dabei besonders, dass neue Straßen im Großraum München keine Verbesserung der Mobilität sondern nur mehr Verkehr mit sich bringen werden - "wer Straßen baut, wird noch mehr Verkehr ernten". Um mehr Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu erreichen müssen mehr alternative Fortbewegungsmittel gleichberechtigt den Menschen zur Verfügung gestellt werden. Dabei plädierte er dafür, insbesondere in der Stadt das Fahrrad als Basismobilität in den Vordergrund zu stellen. Der weitere Mobilitätsbedarf sollte dann durch mehr Vernetzung und vorzugsweise mit ÖPNV, Car Sharing und erst zuletzt durch das private Auto abgedeckt werden. Zuletzt warb er dafür Mobilität neu zu denken und ungewöhnliche Lösungen zuzulassen.

Prof. Dr. Sven Kesselring
Günter Troy
Rauno Andreas Fuchs



Womit eine passende Überleitung zum dritten Referenten Günter Troy geschaffen wurde, der über die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten aber auch Grenzen von Urbanen Seilbahnsystemen referierte. Klar wurde dabei, dass Seilbahnsysteme gerade im Großraum München, wo es vielfach an leistungsfähigen Tangentialverbindungen fehlt, ein großes Potential haben. Ungelöst bleibt leider weiterhin der rechtliche Rahmen für das "Überfliegen" von Privatgrundstücken. Dafür hat die Landesregierung leider keine Lösung in Aussicht gestellt.

Fazit der Veranstaltung ist für uns, dass in die Diskussion um Mobilitätslösungen weniger Ideologie und dafür mehr Lösungsorientierung gebracht werden muss. Besonders beindruckend dabei war das Praxisbeispiel aus Kopenhagen wo sehr viel ausprobiert und  dann schlussendlich meist beibehalten wird. Wir sehen uns mit unseren einfachen und schnell umsetzbaren Lösungsvorschlägen in unserer Stadtratsarbeit bestätigt und werden diesen Weg sicherlich weiter verfolgen.

Wir brauchen ein neues Denken der Mobilität statt in den Ideologien der 70iger Jahren zu verharren. Nur so kann Umwelt- und Sozialverträgliche Mobilität in Zukunft gelingen.

Presse dazu:

SZ, vom 06.08.2019 : Umdenken
SZ-Kommentar vom 06.08.2019: http://sz.de/1.4398764

Donnerstag, 10. Januar 2019

Bündnis für bessere Mobilität - Verstärkter Ausbau von Radabstellanlagen


mit der Schließung der Radabstellanlage im Unterführungsbereich zu den Bahnsteigen an der Westseite des Dachauer Bahnhofs ist eine erhebliche Anzahl von Radabstellplätzen verloren gegangen. Dies hat mittlerweile zur Folge, dass eine Vielzahl von Fahrrädern wild im Bahnhofsumfeld abgestellt werden. Aber auch an vielen anderen Stellen fehlen hochwertige, witterungsgeschützte Abstellflächen für Fahrräder.
Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden
Antrag:
Die Stadt Dachau nutzt die in der Kommunalrichtlinie (https://www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie) neu geschaffenen, verbesserten Fördermöglichkeiten zur Errichtung von Radabstellanlagen insbesondere an Bahnhöfen. Alle derzeit vorhanden Abstellanlagen an der Westseite des Bahnhofs sollten durch moderne Doppelstockparkanlagen mit Überdachung nach dem Muster der Anlage am Marienhof in München ersetzt werden. Auch an anderen zentralen Stellen sowie an geeigneten Bushaltestellen werden solche Abstellanlagen aufgebaut.
Begründung:
In einer wachsenden Stadt mit entsprechend wachsenden Verkehrsproblemen müssen die nur einmal vorhandenen Verkehrsflächen zukünftig effektiver genutzt werden. Gerade im städtischen Umfeld, in dem über 70 % aller Fahrten unter 2 km betragen, ist der Radverkehr eine tragende Säule zur Entlastung der Verkehrsbelastung auf dem bestehenden Straßennetz. Gut beleuchtete, anschließbare und überdachte Radabstellanlagen sind dabei eine Voraussetzung dafür, dass mehr Bürger auf das Rad als schnelles, platzsparendes und umweltfreundliches Verkehrsmittel umsteigen.


Die Süddeutsche Zeitung findet unseren Antrag als reichlich übertrieben, allerdings sind wir nicht dafür da, einen Status Quo zu erhalten, sondern Lösungen in der Stadt voranzutreiben.
SZ vom 10.01.2019: Bündnis stört Radl-Chaos am Bahnhof und der Kommentar dazu: Etwas mehr  Dankbarkeit, bitte

Sonntag, 30. Dezember 2018

Leserbrief von Christian Stangl zu „Lauter Luftnummern“

Christian Stangl zum Artikel am 27.12.18 in der Dachauer SZ: Lauter Luftnummern


Der Artikel beschreibt zutreffend den (Verkehrs-)Missstand, verkennt und negiert aber geflissentlich leider den eigentlichen Problemauslöser dafür. Der Autor des Artikels verhält sich dadurch im Ergebnis nicht anders, obwohl er die aktuelle Politik kritisiert, als die aktuelle kritisierte Politik selbst. Der ursprüngliche und geplante Problemauslöser heißt: Metropolregion München.

Die Metropolregion München erstickt buchstäblich an ihrem eigenem großen Erfolg und an ihrer nachweislichen Erfolgsgeschichte. Die deutsche Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) hat bereits 1995 den Weg für europäische Metropolregionen in Deutschland, damit auch für München, nach dem Vorbild von Paris, London, Singapur, Tokyo und Moskau geebnet. Dies obwohl man zu diesem Zeitpunkt die Probleme, auch betreffend der Verkehrsprobleme, den steigenden und horrenden Mieten und unglaublichen Grundstücks- und Bodenpreissteigerungen, in diesen Muster-Vorbild-Regionen zu diesem Zeitpunkt bereits kannte. Der Verkehr, die Grundstücks- und Baupreisentwicklung, die Mieten, die Verdrängung sozial schwächerer Schichten in die Randgebiete mit dadurch weiterem Verkehr sind Folgen dieser gewollten (!) Planung und nicht eine, wie man manchmal so gerne suggerieren möchte, ungeplante zufällige nicht beherrschbare Erscheinung.

Natürlich gibt es nachweislich auch wirtschaftliche Profiteure dieser Entwicklung. Die Entdeckung der Landeshauptstadt München, das es vor ihren Toren Städte wie Dachau, Freising, Erding, Miesbach usw. gibt und man sich mit diesen nun „auf Augenhöhe“ unterhält, ja sogar gelegentlich gemeinsam das Dachauer Volksfest besucht, beruht auf der bloßen Erkenntnis, dass dort die benötigten Wohnflächen, soziale und verkehrliche Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden soll und muss, die man auf eigenem Stadtgebiet Münchens nicht mehr in der Lage ist, zu bewältigen und die man benötigt.

Natürlich reicht für die dadurch hervorgerufenen Verkehrsströme die bestehende und ebenfalls auch nicht die bereits in Planung befindliche Infrastruktur, sowohl im Bereich ÖPNV als auch im Radwege- und Straßennetz, hinten und vorne nicht mehr aus. Es ist aber natürlich einfacher am Verkehr mit illusorischen Verkehrskonzepten „herumzudoktern“, als die wirkliche Ursache in Form einer Korrektur der Raumordnung und Raumplanung anzugehen und es sich mit den Profiteuren dieser Entwicklung nachhaltig zu verscherzen. Lieber träumt man von Seilbahnen, Mobilitätsdrehscheiben, Flug-Taxis, Umgehungsstraßen usw. und beklagt anschließend, dass es sich dabei um „lauter Luftnummern“ handelt.

Christian Stangl

Sonntag, 9. Dezember 2018

Busverkehr in Dachau - Jetzt bis 24.00 Uhr

Mit dem Fahrplanwechsel vom 09.12.2018 bricht eine neue Ära des ÖPNV in Dachau an. Seit heute fahren die Busse der Stadtwerke Dachau auf vielen Linien  bis um 24.00 Uhr.



Die Stadt Dachau lässt sich das viel Geld kosten. Ca. 130.000 EUR / Jahr kostet die Ausweitung des Angebots in den nächsten Jahren. Nachdem erst vor einigen Jahren der Busverkehr bis um 22.00 Uhr ausgeweitet wurde, ist das der logische nächste Schritt zu einem Busangebot, bei dem man sein Auto stehen lassen kann.

Gemäß Nahverkehrsplan wird in den nächsten Jahren das Angebot nochmals deutlich ausgeweitet. Ein Rufbussystem, dass die Nebenzeiten abdeckt und ein 10-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten wird das Busangebot in der Stadt Dachau auf ein noch nie gekanntes Niveau heben. Zuletzt wurden diese Ausbaupläne vom Landkreis noch ausgebremst, allerdings haben unsere massiven Proteste hier den Landkreis zum Einlenken bewegt.

Um alle diese Leistungen in Zukunft erbringen zu können werden die Stadtwerke Dachau in den nächsten Jahren 20 neue Busse und 45 neue Mitarbeiter benötigen, womit sich die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke in etwa verdoppeln werden.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Gesamtverkehrskonzept - wo ist die vierte Säule?

Bernhard Sturm, Stadtrat, Bündnis für Dachau
Die Verkehrsplaner haben gerechnet... und nochmal gerechnet... und herausbekommen... Autos verschwinden nicht. 
 
So in etwa kann man als Besucher der letzten Informationsveranstaltung des Landrats zum motorisierten Verkehr den Abend zusammenfassen. Die Behauptung, dass es zu wesentlichen Reduzierungen gerade in Dachau selbst kommt ist endgültig passé. Nach der Veranstaltung sollten es selbst die hartgesottensten Protagonisten einer „mehr-Verkehr-braucht-mehr Straßen“ Doktrin eingesehen haben. Der rechnerische Zuwachs an Kapazität auf der Straße wird bereits zu Fertigstellung der angedachten Straßen vom prognostizierten Zuwachs an Autoverkehr übertroffen sein.
 
1. Verkehrsreduzierung und Verkehrsvermeidung? Fehlanzeige
Landrat Löwl spricht ja immer von einem „Drei-Säulen“ Modell für das Gesamtverkehrskonzept. Öffentlicher - Rad - motorisierter Verkehr. Was wir nach der Veranstaltung nun wissen. Es geht eine vierte Säule ab. Verkehrsreduzierung und Verkehrsvermeidung. Gemeint ist natürlich Autoverkehr.
 
Für Dachau selbst bedeutet es schlicht und einfach, es muss langsamer, leiser und sauberer in der Stadt gefahren werden. Dass Schulkinder wieder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule fahren können. Dass Radfahrer nicht weiter in Tempo 30 Zonen bedrängt werden. Dass die Stickoxidwerte zurückgehen. Dass die Aufenthaltsqualität besser wird. 
 
Gleichberechtigter Straßenraum? Es bleibt uns nichts anderes übrig.
 
Letztlich bleibt uns gar nichts anderes übrig, als einen gleichberechtigten Straßenraum zu gestalten. Denn nur so kann ein wirklich attraktives Angebot entstehen, um das Auto gerne und freiwillig stehen zu lassen. Wer angesichts von 80% hausgemachten Autoverkehr in Dachau noch behauptet, er könne ohne Einschränkungen eine gleichberechtigte Mobilität möglich machen, so möchte man schier ausrufen: Ach, kann er auch über Wasser gehen? Den Kuchen neu aufteilen, ohne jemanden was wegzunehmen? Das weiß schon jedes Kindergartenkind, dass das nicht geht

Hunderte Hektar Kulturlandschaft und Natur geopfert, um einige Minuten schneller im Stau vor München zu stehen.
 
Wir, als Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landkreises, nicht nur die Mandatsträger, müssen sich ernsthaft die Frage stellen, sind wir bereit hunderte Hektar Kulturlandschaft und Natur zu opfern um einige Minuten schneller im Stau vor München zu stehen? Denn genau auf das läuft es hinaus. Und genau auf diese Frage, was denn mit dem Verkehr letztlich in Karlsfeld, Ludwigsfeld, Moosach, Feldmoching, Hasnbergl passiert, haben die Verkehrsplaner nämlich keine Antwort.

2. Sofortprogramm für den Ausbau von Verkehrsmittel die wirklich große Kapazitäten bewältigen? Fehlanzeige.
 
Und darum muss in diese vierte Säule ein Sofortprogramm für den Ausbau von Verkehrsmittel die wirklich große Kapazitäten bewältigen können. Ob Schiene oder Seilbahn ist erstmal egal. Doch dafür sehen wir an keiner Stelle ernsthafte Bestrebungen den für diesen Bereich zuständigen politischen und administrativen Kräfte Dampf zu machen. Alles was kommt sind Sonntagsreden, so wie jüngst Bürgermeister Zech. Wo bleibt der Druck aus der Region auf die Verantwortlichen in der Staatsregierung und Verwaltung?
 
Es braucht Gesetzesgrundlagen für Seilbahnen und Radschnellwege, Finanzierungssicherheit für Busangebote, die Finanzierung des S-Bahnausbau, sofortigen Einstieg in die Planungen für den S-Bahn Nordring usw. Alle nötigen Handlungsfelder liegen in Händen von Personen die entweder der Staatsregierung angehören oder zumindest im Einflussbereich der Staatsregierung sind. Alle diese Protagonisten, selbst der Bundesminister gehören einer Partei an. Der CSU. Warum passiert dann nichts? Bei der H10 Regelung oder der Grenzpolizei ging‘s ja auch.
 
Warum passiert nichts? 
Will man nicht? Vielleicht aus ideologischen Gründen? Weil man den Gruppierungen die sich für mehr ÖV und weniger MIV einsetzten schlicht und einfach nicht recht geben will?

Sonntag, 28. Oktober 2018

Bündnis für Dachau - Mehr Grün in der Stadt

Das Bündnis für Dachau hat zwei Anträge für mehr Grün in der Stadt gestellt. Ein Antrag für kurzfristige Verbesserungen und einen zweiten um langfristig höhere Investitionen in die Grüne Infrastruktur zu ermöglichen:
Hitzequelle: Straßen ohne Baumbestand

Antrag 1:


die Stadt Dachau ist eine grüne Stadt. Allerdings hat der Sommer 2018 sehr deutlich gezeigt, dass auch eine so grüne Stadt wie Dachau verstärkte Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel unternehmen muss. 

Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden 

Antrag: 

Die Stadt Dachau schafft im städtischen Straßenraum vermehrt Grünflächen und Baumquartiere. Städtische Straßen werden systematisch auf Möglichkeiten zur Baumbepflanzung überprüft. Insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen wird auf eine ausreichende Baumbepflanzung geachtet. 

Begründung: 

In der zuletzt vorgestellten Stadtklimaanlyse wurde von Temperaturunterschieden von bis zu 7 Grad im Stadtgebiet und den damit verbundenen Gesundheitsgefährdungen berichtet. Der fortschreitende Klimawandel verstärkt die Anzahl von Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt und insbesondere Straßen ohne Bepflanzung sind davon besonders betroffen. Daher ist es eine wichtige Maßnahme gegen eine Überhitzung der Stadt mehr Raum für Bäume im öffentlichen Straßenraum zu schaffen. 
Im Stadtgebiet gibt es eine Vielzahl von Straßen ohne Baumbepflanzung und in der Vergangenheit wurde bei der Neuerstellung oder Sanierung von Straßen oftmals keine Baumbepflanzung eingeplant (z.B. Zugspitzstraße, Goethestraße) bzw. der vorhandene Baumbestand aus verschiedenen Gründen entfernt und nicht mit neuen Bäumen ersetzt (z.B. Gröbenzeller Straße). 


Antrag 2:


die Stadt Dachau ist eine grüne Stadt. Allerdings hat der Sommer 2018 sehr deutlich gezeigt, dass auch eine so grüne Stadt wie Dachau verstärkte Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel unternehmen muss. 

Das Bündnis für Dachau stellt dazu folgenden 

Antrag: 

Die Stadt Dachau erarbeitet ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) 

Begründung: 

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist die zentrale Voraussetzung für viele Förderprogramme zur Schaffung, Erweiterung und Vernetzung von Grünflächen und wird wiederum selbst in Förderprogrammen wie „Zukunft Stadtgrün in Bayern“ gefördert. 

 Die Stadt Dachau hat in den letzten Jahren einige wichtige Projekte zur Aufwertung Ihrer Grünflächen durchgeführt. Gelungene Beispiele hierfür sind die Würmverführung und das Postschulgelände. Mit dem fortschreitenden Klimawandel wird es aber noch wichtiger verstärkt Grünflächen zu schaffen und diese wirksam zu vernetzen, was zuletzt auch in der Stadtklimaanalyse bestätigt wurde. 

Mit dem Konzept Grün-Blau aus der Integrativen Stadtentwicklung liegt bereits eine wichtige Planung für durchgängige Grünzüge vor und mit den weiteren Konzepten, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden, wie dem Schulausbaukonzept, dem Gewerbeflächenkonzept, dem Nahverkehrskonzept, dem bereits beschlossenen Radverkehrskonzept, dem erst kürzlich angestoßenen Flächennutzungskonzept, etc., wäre es durchaus Sinnvoll daraus ein ISEK zu erarbeiten. Damit könnte dann wiederum Fördermöglichkeiten erschlossen werden, um die bereits vorhandenen Konzepte schneller voran zu treiben.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Bündnis Antrag - Die Stadt überprüft die Möglichkeit Schwerpunktkontrollen bei „Autoposer“ durchzuführen


Der Bündnis - Antrag:
Das Bündnis für Dachau schlägt vor, die Stadt erörtert zusammen mit der Polizei, ob und wenn ja wie eine ähnliche Schwerpunktüberprüfung in Dachau durchgeführt werden kann. Es soll in Erfahrung gebracht werden, ob es in Bayern ebenfalls Fachermittler gibt, die bei Überprüfungen herangezogen werden können. Oder ob geplant ist, eine solche Ermittlergruppe aufzubauen.
Das Ergebnis soll dem Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt werden. Nach Ergebnis und Beratung kann der Ausschuss weitere Maßnahmen beschließen.

Begründung: 

Sogenannte „Autoposer“ sind Zeitgenossen die mit ihren Autos Aufmerksamkeit oder Anerkennung erregen wollen. Ganz besonders wenn das "Posen" durch besonders sportliche, weil laute Auspuffanlagen unterstützt wird, geht das den Dachauer Bürgern zunehmend auf die Nerven. Es scheint zu einer regelrechten Manie geworden, auch spät in der Nacht mit röhrendem Auspuff durch die Stadt zu brettern. Bislang schien gegen diese Unsitte kein Kraut gewachsen.
In Hamburg gibt es seit geraumer Zeit Polizisten die speziell für die Verfolgung von "Autoposern" geschult sind. Das Ergebnis: Seit Einführung der Einsatzgruppe, wurden mehr als 2000 Fahrzeuge überprüft. Bei über 700 war die Betriebserlaubnis aufgrund technischer Veränderungen erloschen. 340 Autos wurden sichergestellt und 314 Lärmverstöße festgestellt, 164 Fahrer waren so schnell unterwegs, dass ihnen ein Fahrverbot drohte. 33 standen unter dem Einfluss von Drogen, 16 waren alkoholisiert. Es gab 141 Strafanzeigen. (Hier der Link zum Artikel)
Festzuhalten ist, es gibt offensichtlich durchaus Mittel und Wege zumindest die gröbsten Auswüchse im Zaum zu halten. Festzuhalten ist auch, dass die Szene offensichtlich weit verbreitet mit „fragwürdigen“  Auspuffanlagen unterwegs ist und keine Angst hat aufzufliegen.

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