Donnerstag, 30. Juli 2020

Bündnis im Stadtrat: Sabine Geißler zu Meinungsfreiheit in der Kunst

Zur Diskussion über den städtischen Zuschuss für die Punkband Sabot Noir:

Erstens: Ich finde den Titel des Songs und die Wortwahl alles andere als gut.
Zweitens: Ich finde aber auch nicht, dass er „Ausdruck der Dachauer Jugendkultur“ ist.

Aber wenn man sich den Inhalt des umstrittenen Liedes anschaut, dann geht es darin nicht um einen Aufruf zu Gewalt gegen die Polizei, sondern um eine Szene von Polizeigewalt, in der das Opfer schildert, wie ein Polizist mit einem Knüppel auf seinen Kopf einschlägt und dieser auch nicht aufhört, als es vor lauter Blut schon nichts mehr sehen kann. Aus der Sicht des Opfers ist die Polizei in dieser Szene nicht der Freund und Helfer.
Dass dies keine "Interpretation" des Textes ist, wie die Dachauer Nachrichten schreiben, kann jeder am dazu gehörigen Video prüfen.

Es geht also um Kritik an von Polizisten ausgeübter Gewalt, die es ja nicht nur in den USA gibt, wie wir alle nicht erst seit der Diskussion um Social Profiling wissen. Wir wissen auch, dass das natürlich nicht alle Polizisten betrifft.

Wenn man sich die Texte von vielen anderen Songs von Sabot Noir angeschaut, stellt man fest, dass keiner in irgendeiner Art extremistisch ist. Sie wenden sich ganz oft gegen Gewalt, und zwar gegen jede Form von Gewalt: zum Beispiel gegen Gewalt an Tieren und damit Tierversuche, gegen Gewalt an der Erde und damit Umweltzerstörung, Gewalt gegen Menschlichkeit und damit gegen Diskriminierung, und auch gegen vom Staat und staatlichen Instanzen ausgeübte ungerechtfertigte Gewalt. Um genau das geht es in dem Lied. Und diese Kritik darf man in unserem Land frei äußern.

Stadträtin Sabine Geißler
Bündnis für Dachau


Dachauer SZ zum Thema: OB stößt Debatte um Kriterien der Kulturförderung an

dazu auch der hervorragende Kommentar in der SZ: Schwierige Gratwanderung

Bericht im Merkur: Kulturförderung in Dachau auf dem Prüfstand

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