Dienstag, 21. April 2020

Bündnis Antrag: Rad- und Fußverkehr erleichtern während der Corona Krise

Die Krise offenbart uns jeden Tag, dass das "Normale" des auf dem Ruder gelaufenen und überbordenden Autoverkehr eben schlicht "Absurd" ist.

Derzeit erleben wir durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Krise eine deutliche Abnahme des Autoverkehrs. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass mehr Bürger*innen das Fahrrad nutzen und zu Fuß unterwegs sind. Sowohl in der Freizeit als auch für die notwendigen täglichen Erledigungen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales rät ausdrücklich: "Wenn Sie können, dann nehmen Sie das Rad zu Arbeit: Die Ansteckungsgefahr ist sehr gering und Bewegung an der frischen Luft hält fit. Und: Es schafft mehr Platz & Sicherheit für diejenigen, die auf Bahn/Bus angewiesen sind, um zur Arbeit zu gelangen".



Darum hat das Bündnis für Dachau einen Antrag gestellt, mit verschiedenen Maßnahmen den Straßenraum für Radfahrer größer zu machen.

Bündnis Antrag: Ad-Hoc Verkehrs-Maßnahmen während der Corona Krise

  • Wir wollen, dass wichtige Rad-Netzverbindungen als Fahrradstraßen ausgewiesen werden.
  • Die durch das Radkonzept beschlossenen Radfahrstreifen sollen durch provisorischen Markierungen schnell, zeitnah und günstig umgesetzt werden.
  • Ampelschaltungen sollen auf die Belange von Fußgängern umgestellt werden. Grünphasen ohne Tastendruck und Wartezeit bei den "Bettelampeln".
Mit dem Antrag ist Dachau in hervorragender Gesellschaft.
Weltweit gestalten Städte derzeit den Straßenraum um. Viele Politiker*Innen erkennen eben dass es "Normal" ist, Verkehr für nicht-motorierte Bürger*Inenn zu gestalten.

Und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt den Straßenraum neu und gerecht aufzuteilen. Das neue "Normal" ist die Gleichberechtigung der schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Einige Beispiele:

  • Berlin baut sukzessive durch provisorische Absperrungen und Markierungen Fahrradweg entlang von Hauptstraße aus.Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Mit den temporären Radwegen schaffen wir in der Corona-Krise mehr Platz für den Radverkehr. So erreichen wir mehr Sicherheit für die Radfahrenden, auch weil die Abstandsregeln auf Radwegen besser eingehalten werden können. Es werden vor allem dort temporäre Radwege markiert, wo bereits dauerhafte Radwege geplant sind.“
Protected Bike Lane - Berlin (Quelle: Senat für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz)
  • In Mailand wird als Reaktion auf die Coronavirus-Krise eines der ehrgeizigsten Vorhaben Europas zur Umverteilung des Straßenraums vom Auto auf das Fahrrad und zu Fuß eingeführt. Der Plan "Strade Aperte" umfasst kostengünstige provisorische Radwege, neue und verbreiterte Bürgersteige, Geschwindigkeitsbegrenzungen von 30 km/h und Straßen mit Vorrang für Fußgänger und Radfahrer.
Mailand - Strade Aperte (Corso Buenos Aires) Quelle: The Guardian

  • In Großbritannien begann Brighton am Montag damit, einen Teil der Strandpromenade, den Madeira Drive, nur für Fußgänger und Radfahrer von 8.00 bis 20.00 Uhr zu öffnen.
  • In Barnes, London, haben Unternehmen und Anwohner einen Teil der Straße vor den Einkaufsläden abgeriegelt, um die Fußgängerzone zu erweitern und den Käufern zu helfen, Abstand voneinander zu halten.
  • In Irland hat Dublin durch mobile Abtrennungen Parkplätze gesperrt, um den Raum für soziale Distanzierung vergrößern.
  • Philadelphia reagierte auf eine Petition. Ein großer Straßenabschnitt von 4,4 Meilen wurde für Kraftfahrzeuge gesperrt. 
  • Mexiko-City schlug Pläne für eine 80 Meilen lange temporäre Fahrradinfrastruktur vor, um die Risiken der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu mindern um die Mobilität von mehr als 21 Millionen Menschen zu erleichtern.
  • New York City hat sich verpflichtet, In Manhattan und Brooklyn geschützte Radwege zu errichten und Sperrungen für Autos zu testen.

  • Oakland, Minneapolis, Denver, Louisville, Vancouver und Calgary haben ähnliche Maßnahmen umgesetzt.

Darum, lasst uns die Gelegenheit nutzen und den Straßenraum gerechter verteilen.

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