Mittwoch, 10. Februar 2010

Dank sei Härtl: 1 Tag Faschingszug wird mit 14.500 € gefördert

Heute im Kulturausschuss bekam man mal wieder deutlich vor Augen geführt, wo die Wertigkeiten der CSU in Sachen Kultur liegen.

Allein für den Faschingszug werden 8.500 € Direktförderung zur Verfügung gestellt, und dann werden zusätzlich 6.000 € dem Topf für kurzfristige Kulturprojekte für Reinigungskosten, die der Bauhof leistet, entnommen.

Allein gegen letzteren Punkt wandte sich Stadträtin Geißler, doch die CSU, allen voran Kulturreferent Härtl, versuchte sie gleich in die Ecke der Faschingsmuffel und -gegner zu stellen. "Wenn man die Veranstaltung nicht will, soll man das sagen, wir sind für einen breiten Kulturbegriff".

Der Topf für kurzfristige Projekte beträgt 33.600€. Mehr als deutlich machte der ehemalige Kulturreferent Claus Weber, dass dort ausschließlich und maximal 750€ Beträge ausbezahlt werden.

Jetzt bekommt der Faschingszug Verein mit 6.000 € allein 18% aus diesem Fördertopf, alle anderen Vereine dürfen maximal 2 x 750€ im Jahr, also 4,5% daraus beanspruchen.

Für kurzfristige Projekte sind somit nur noch 27.000 € übrig, berücksichtigt man weitere 600 € Bauhofleistungen.

In anderern Gemeinden diskutiert man auf einem anderem Niveau,
z.B. Wolfratshausen: Kulturreferent Ludwig Gollwitzer wünscht sich von den Vereinen, „dass sie mehr Eigeninitiative zeigen statt nur auf finanzielle und logistische Unterstützung zu hoffen“.

oder wie in Indersdorf, dort trägt man die Verluste selbst und stiftet Gewinne an soziale Projekte.

Kommentare:

  1. Ist ja toll, dass man die Schnapsflaschen dann noch auf Kosten des Kulturetats wegräumt, während z.B. die Amperitiv Crew fürs gleiche Geld ein Riesen-Event hinstellt und hinterher noch selber putzt...
    Muss ich das verstehen?

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  2. Der Faschingsumzug ist eine über die Jahre gewachsene Dachauer Veranstaltung. Der beschlossene Zuschuss ist daher durchaus angemessen.

    Ein kritischer Bürger

    (Anonym: Seien Sie nicht so egoistisch!)

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  3. Ein noch viel kritischerer Bürger...12. Februar 2010 um 09:48

    Der Faschingszug kämpft seit Jahren mit dem Problem alkoholisierter Jugendlicher an der Zugstrecke, die den Zug als „Treffpunkt Saufen“ ansehen. Dieses Problem ist in der Tat über die Jahre gewachsen...
    Aber jetzt mal ernsthaft:
    Die Gruppen, die durchaus mit kreativer Leistung ihre Wagen basteln, bekommen doch definitiv keine Zuschüsse. Die Leute, die dort was verkaufen, verdienen ein Schweinegeld.
    Was kostet dann soviel: Verwaltung? Orga? Da gibts in der Tat komplexere Kulturzusammenhänge in unserer Stadt, die ehrenamtlich geleistet werden! Verkehrsregelung? Straßenreinigung?
    Ich verstehe die Logik auch nicht. Vielleicht kann uns ja der Vorredner an seinen tiefergehenden Erkenntnissen teilhaben lassen???

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  4. Darüber zu entscheiden wer Kuturförderung bekommt ist Entscheidung des Kulturausschusses.

    Die Gewichtung kann der Wähler durch Abstimmung gutieren oder auch korrigieren.

    Einen Skandal finde ich, dass man das Geld aus dem falschen Topf nimmt und dann auch noch in der Diskussion mit keinem Wort darauf eingeht, vielmehr die Watschen austeilt, wenn man gegen Fasching sei, solle man das sagen, die CSU ist dafür.

    Das kann nur einen Grund haben, der designierte Nachfolger von OB Bürgel ist schon auf Stimmenfang, das kann ja lustig werden.

    Kai Kühnel

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  5. Leserbrief zu Ihrem Artikel vom 13./14.Februar 2010, "Streit über Zuschuss für Faschingszug"

    Meine Kritik an der Zuschussvergabe für den Faschingszug bezog sich darauf, dass aus dem Budget für kurzfristig oder zu spät eingereichte Zuschussanträge, dem sog. "Feuerwehrtopf", satte 6000 Euro für die Reinigungsarbeiten durch den Bauhof nach dem Faschingszug genehmigt wurden. Jeder andere Kulturverein jedoch bekommt aus diesem Topf pro Jahr nur zweimal maximal 750 Euro - so sind die Regeln, auf deren Einhaltung nicht nur Bürgermeister Weber in derselben Sitzung mehrfach bestand. Diese Obergrenze gilt für alle, aber nun eben nicht für den Förderverein Faschingszug. Und auch wenn der "Feuerwehrtopf" noch nie aufgebraucht worden ist, fehlen diese 6000 Euro natürlich letztendlich den Vereinen.
    Wenn man das kritisch hinterfragt und für diesen Fall andere Finanztöpfe wie z.B. Wirtschaftsförderung anregt (denn von einer Nicht-Bezuschussung des Faschinsgzuges war überhaupt nicht die Rede!), wird man vom Kulturreferenten und einem Großteil des Kulturauschusses als Faschingsmuffel mit elitärem Kulturbewusstsein hingestellt.
    Trotzdem schaue ich mir auch heuer wieder den Dachauer Faschingszug an!

    Sabine Geißler
    Stadträtin des Bündnis für Dachau

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